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06.01.2010

Spießer Alfons
Musen für die Werbewirkung

In Berlin gibt es eine Agentur von besonderer Art. Sie sorgt dafür, dass Unternehmer endlich mal die menschliche Seite der Werbung fühlen!

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06.01.2010

Auch wenn wir uns zu Beginn des neuen Jahres eine rosarote Brille auf die Nase setzen: Die allgemeine Wirtschaftslage ist immer noch nicht so rosig, wie wir sie gerne sehen möchten. Zwar gibt es erste Hoffnungsschimmer am Horizont, doch das Licht am Ende des Tunnels könnte auch von den Scheinwerfern eines entgegenkommenden Zuges stammen.

In unserer derzeitigen Wirtschaftskrise haben wir erkannt: Das Malheur hat oben begonnen und sich nach unten ausgewirkt. Daraus folgern wir den Schluss: Es muss den Unternehmern gut gehen, damit das Gute von oben herab fällt auf den Esstisch derjenigen, die für Löhne und Gehälter arbeiten und nicht für Bezüge, Boni und Dividenden. Und damit die Wirtschaftsbosse zu mentaler Befriedigung zurückkehren, gibt der Spießer ein paar Anregungen, zu denen Alfons selber inspiriert wurde durch einen Beitrag in "Welt Kompakt", wo es um Musen geht.
Welt Kompakt hat erkannt: 

Welt Kompakt hat erkannt:

Musen sind Menschen, die andere Menschen zu kreativen Leistungen anspornen, sie dazu inspirieren, etwas Großes zu vollbringen. Solche Musen sind zumeist Frauen, die Künstler auf ihrem Berufsweg begleiten und küssen. Musen haben etwas Göttliches. Der Begriff geht zurück in die griechische Mythologie, wo neun Quellnymphen die ersten Musen waren, gezeugt vom alten Zeus höchstpersönlich mit Mnemosyne, der Göttin der Erinnerung.
Auch Männer können Musen sein! 

Auch Männer können Musen sein!

Aber kehren wir zurück in die reale Gegenwart! Heute gibt es sie immer noch, die Musen. Als Freundinnen von Künstlern inspirieren sie diese durch ihre Ausstrahlung, ihren Charakter und durch menschliche Zuwendung, die auch vor einer erotischen Beziehung nicht halt macht. Und diese Musen sind nicht nur Frauen, sondern auch Männer! So lässt sich zum Beispiel der museale Karl Lagerfeld von einer männlichen Muse begleiten.

Mittlerweile wird die Lesergemeinde sich fragen: Was haben Musen denn mit Wirtschaft und Werbung zu tun? Die Antwort: Eine ganze Menge. Man muss es den Unternehmern, die Werbung machen sollen, nur vor Augen führen. Und das tut Spießer Alfons mit dieser seiner Kolumne:
Don Carlos 

Don Carlos

Kennt jemand von Euch noch Carlos Obers? Dieser Mann war mit 18 Jahren hessischer Landesmeister im Boxen (Halbschwergewicht). Danach studierte er Kunst, Theologie und Philosophie, also die elementaren Grundlagen, die zum Beruf eines Werbetexters befähigen. Und Carlos Obers wurde zu einem bedeutenden Kreativen in der Branche, der Spuren hinterlassen hat in den Annuals des ADC. Außerdem war er Präsident des Art Directors Club Deutschland und saß in einer Wettbewerbs-Jury häufig neben Alfons.

Und was macht Don Carlos heute? Heute vermietet er Musen.

Ja, Ihr habt richtig gelesen: Obers betreibt eine Agentur für Musen. Diese Tatsache ist nicht neu, aber bemerkenswert im Zusammenhang, deutsche Unternehmer zu animieren, wieder mehr Werbung zu treiben.
Greta Brentano: eine Muse zur Nacht gesucht? 

Greta Brentano: eine Muse zur Nacht gesucht?

Der Name der Musen-Agentur lautet: "Greta Brentano A MUSE TONIGHT®." Dazu heißt es im Werbetext: "Erleben Sie, was es heißt, von der Muse geküsst zu werden!" Und: "Mit Schönheit und Charme verstehen sie es, einen kultivierten Mann oder eine Frau zu einem ungeahnten Lusterlebnis zu verführen und zu unvergesslichen Stunden der Lebensfreude."

Ist es nicht das, was jeder gestresste Unternehmer benötigt, damit wieder mal neue Ideen in seinem Kopfe entstehen, um frischen Schwung in die alte Produktpalette zu bringen?!
Beim wunderbaren Gott! – das Weib ist schön! (F.S.: Don Carlos) 

Beim wunderbaren Gott! – das Weib ist schön! (F.S.: Don Carlos)

Und: "Die Musen ... sind Schauspielerinnen, Künstlerinnen und Akademikerinnen, die neben Fremdsprachen auch die Sprache der Liebe in all ihren Finessen beherrschen." Speziell natürlich Französisch.

Was bedeutet das für den Unternehmer? Es bedeutet: Die Musen von Carlos Obers sind freie Mitarbeiterinnen, die dem Geschäftlichen dienen. Mithin sind die Honorare der Damen steuerlich absetzbar. Aber nicht nur das. Der Spießer gibt Euch ein paar Anregungen, die dazu beitragen werden, dass der Unternehmer zu ganz neuen Erkenntnissen kommt, was die Wirkung seiner Werbung betrifft.

[1] [2]

Leser-Kommentare zu diesem Artikel (3)
Carlos Obers sagte am 11.01.2010 um 11:58

Lieber Alfons,

überrascht und vergnügt habe ich Ihren ganz und gar nicht spießerhaften Beitrag über die Musen von Greta Brentano® gelesen. Ihre Anregung, eine Muse ins Werbebudget einzubinden, ist mit jener feinen Ironie gewürzt, die ich an Ihren Artikeln so liebe. Anbei sende ich Ihnen einen Beleg dafür, dass ich noch immer der notorischen Neigung nachgebe, Doppelseiten zu fabrizieren. Mit herzlichen Grüße und Musenküssen Ihr Carlos Obers
renton sagte am 11.01.2010 um 14:02

@DonCarlos

Der Spiesser hätte sich über eine leibhaftige Muse wohl mehr gefreut.
Jana Gutschow sagte am 30.01.2010 um 20:59

Steuerflucht zu Pferde?

Lieber Herr Alfons, die "Idee" Herr Darboven könnte Steuern sparen, wenn er seine Pferde in seiner Werbung einsetzt ist durchaus clever gedacht - nur leider falsch. So hübsche Pferde hat Herr Darboven nämlich gar nicht! In seinem Stall stehen Renn- und Polopferde. Im Spot sowie in den Anzeigen handelt es sich um Andalusier, die von Herrn D. für ihren Einsatz ein lohnenswertes Honorar erhalten haben (welches Herr D. dann doch gern von der Steuer absetzen darf).

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