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09.05.2012
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Spießer Alfons
Jubiläumsangebot „nur alle 150 Jahre“ – na toll!

Manchmal hauen die Texter so richtig auf den Putz. Wie zum Beispiel der Konsumpoet, der die Opel-Headline geschrieben hat: echt putzig!

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09.05.2012

Dann also bis zum Jahre 2162 ...! 

Dann also bis zum Jahre 2162 ...!

Opel hat ein Problem. Während die Automobile der Wettbewerber dicke Gewinne einfahren, stehen die Auto(im)mobile von Opel auf den Parkplätzen der Händler. Auf die Frage, woran das liegt, vermutet der Spießer: Nicht zuletzt auch an der Werbung. Denn die derzeitige Kommunikation spricht die Opel-Klientel nicht mehr an. Und neue Kunden schon gar nicht, weil die Kampagne nichts verkörpert. Weder Image noch Lebensgefühl oder gar Objekte der Begierde.
Zurzeit bewirbt Opel „Das Opel Astra Jubiläumsangebot“. Das Besondere daran: „Das gibt’s nur alle 150 Jahre.“Was bedeutet: Zuletzt gab es dieses Angebot im Jahr 1862. (Spießiger Hinweis: Damals produzierte Adam Opel noch eigenhändig, und zwar Nähmaschinen.) Und in 150 Jahren, also im Jahr 2162, gibt’s das Opel-Angebot von 2012 das nächste Mal? Bekommen wir darauf heute schon die Garantie ...?
Wer jetzt noch kein neues Auto braucht oder haben möchte und damit „das Opel Astra Jubiläumsangebot“ ausschlägt, der hat also 150 Jahre Zeit bis zur nächsten günstigen Einkaufsmöglichkeit bei einem Opel-Händler. Eigentlich könnte der Hersteller bis dahin die Werbung für den Astra einstellen, denn wer kauft den Pkw in der Zwischenzeit dann noch?! Auf jeden Fall wird Spießer Alfons im Jahre 2162 kontrollieren, ob Opel sein Wort auch gehalten hat.

Der Priester glaubt an Gott! Und ...? 

Der Priester glaubt an Gott! Und ...?

Nirgendwo steht geschrieben, dass ein Werbetexter intelligent sein muss. Für diesen Beruf bedarf es keiner Hochschule oder Akademie, sondern um Werbetexter zu werden, schreibt man einfach einen Werbetext. Und wenn der gedruckt wird – es muss nicht einmal der unkorrigierte Wortlaut sein –, dann kann der Autor sich Werbetexter nennen. Und dann muss er sich nur noch eine entsprechende Visitenkarte texten. Oder backen.
Auf diese Weise kommt es immer wieder vor, dass wir auf Werbetexte stoßen, die schlichtweg dumm sind. Im vorliegenden Fall ist die Dummheit entstanden durch das Zusammenspiel von Texter und Grafiker, was zu folgendem Resultat geführt hat: Wir sehen in der Anzeige von Tunesat einen Geistlichen mit Blick zum Himmel und gefalteten Händen. Und daneben steht gedruckt: „Glauben ist gut, Kontrolle ist besser.“
Was sagt der Inserent damit? Er sagt: Es genügt nicht, an Gott zu glauben, man muss ihn auch kontrollieren. Und das zeugt von Dummheit. Oder von Atheismus. Denn der „Glaube“ an Gott bedeutet nicht „glauben“ als Vorstufe zum Wissen, sondern dieser Glaube steht für Hinwendung zu Gott. Der Glaube ist also keine Vermutungsäußerung oder ein Für-wahr-halten, sondern der Glaube an Gott ist das Vertrauen zu Gott.
Aber die Anzeige geht ja noch weiter im Text. Nachdem wir in der Headline aufgefordert werden, den lieben Gott zu kontrollieren, heißt es hier: „Erleben Sie die wahrhaftige Performance Ihrer musikalischen Werke – mit unserem Tracking Tool. Wir WISSEN, wo Ihre Musik spielt.“
Das klingt mysteriös. Offenbar handelt es sich hier um Kirchenmusik, und Tunesat weiß, wo die gespielt wird. Klar, das weiß auch der Spießer: In der Kirche zum Beispiel wird sie gespielt. Und die Orgel dort benötigt zur wahrhaftigen Performance ein Tracking Tool ...?

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