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25.01.2012
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Spießer Alfons
Ist Werbung ohne Sinn sinnvoll ...?

Werbung soll Sinn machen. Häufig jedoch macht sie Unsinn, die Werbung, und zwar dann, wenn die Kreativen die Botschaft übersinnlich inszenieren!

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25.01.2012

Frau auf einsamer Scholle holt sich eiskalte Füße auf der Suche nach einem Eskimo! 

Frau auf einsamer Scholle holt sich eiskalte Füße auf der Suche nach einem Eskimo!

Klar, Schweinebauchanzeigen kann jeder Krämer allein basteln, dazu braucht er keine hochkarätige Werbeagentur. Und wenn ein Werbungtreibender eine hochkarätige Werbeagentur beschäftigt, dann will er für sein Geld auch was ganz Apartes sehen und keine normale Anzeige. So wie der Burda-Verlag, der seine Zeitschrift „Elle“ seit Ende letzten Jahres der Werbeagentur Heye anvertraut hat, die als Big-Mac-Agentur populär geworden ist mit der deutschen Werbung für ein amerikanisches Spezialitäten-Restaurant.
Nun sehen wir zwei Anzeigen aus der neuen „Elle“-Kampagne. Auf der einen Doppelseite eine Frau in der Arktis, auf der anderen Doppelseite eine Frau in der Lava eines ausbrechenden Vulkans. Dazu der Claim: „Stil. Überall. ELLE“ – siehe die Abbildungen!
Zu diesen Anzeigen erklärt die Werbeagentur Heye: „,Stil. Überall‘ – mit diesem Claim präsentiert sich das Magazin ,Elle‘ ab Anfang Januar mit einer neuen Imagekampagne. Vier verschiedene Motive zeigen Situationen in der Natur, wie beispielsweise ein ausbrechender Vulkan oder eine arktische Eislandschaft, in denen sich das Model ganz selbstverständlich bewegt.“
Bitte, lest das noch einmal: „Vier verschiedene Motive zeigen Situationen in der Natur, wie beispielsweise ein ausbrechender Vulkan oder eine arktische Eislandschaft, in denen sich das Model ganz selbstverständlich bewegt.“

Frau auf glühender Lava hat brandheiße Füße und freut sich über diese Fußbodenheizung! 

Frau auf glühender Lava hat brandheiße Füße und freut sich über diese Fußbodenheizung!

Wozu Spießer Alfons meint: Das ist nicht nur selbstverständlich für das Model, sondern auch für die Werbegestalter, die sich hier ganz selbstverliebt bewegen. Und es ist eine total kreative Leistung, und zwar vom Heye-Kundenberater, der dem Kunden die Anzeigen mit der voranstehenden Argumentation verkauft hat – Chapeau!
Auf den Inhalt der Doppelseiten muss der Spießer wohl nicht näher eingehen. Und als nächstes Sujet erwartet Alfons eine Frau, die ihren Stil in der wüsten Sahara zeigt, und zwar in einem Sandsturm. Oder im australischen Dschungel, wo sich zurzeit auch das Model Micaela Schäfer ganz selbstverständlich bewegt.
Was schrieb doch schon der berühmte Dichter Nebel in seinem Standardwerk, betitelt „In den Kreatiefen der Image-Werbung“? Er schrieb: „Bei einem übersinnlichen Image sind Frauen für alles empfänglich; dann kaufen sie selig die Marke und nehmen dabei sogar das Produkt in Kauf!“

Schönheit im Bett: Suche beendet! 

Schönheit im Bett: Suche beendet!

Habt Ihr das gewusst, liebe HORIZONT-Leser: „75 % aller Menschen sind auf der Suche nach wahrer Schönheit.“ ...? Das jedenfalls behauptet Ruf, der Bettenfabrikant, und fügt hinzu: „Jetzt nicht mehr.“ Was wiederum zur Frage führt: Warum jetzt nicht mehr ...?
Was den Spießer von einem Normalbürger unterscheidet: Alfons zerbricht sich den Kopf über Headlines in der Werbung, bei denen normale Menschen einfach weiterblättern. Und so fragt er sich: Meint der Inserent die schöne Frau im Bilde der Werbung? Das würde bedeuten: 75 Prozent aller Menschen, die nicht mehr auf der Suche nach wahrer Schönheit sind, haben sie gefunden, die Schönheit.
Und wenn man dazu bedenkt, dass die Weltbevölkerung beim Jahreswechsel 2011/12 rund 7,01 Milliarden Menschen betragen hat, dann kann man sich leicht ausrechnen, wie groß das Gedränge bei der Suche nach wahrer Schönheit gewesen ist.
Oder meint der Inserent eventuell sein schönes Bett? Das wiederum würde be- deuten: 75 Prozent aller Erdbewohner finden ihre Ruhe in einem Bett von Ruf. Oder aber: Jetzt nicht mehr, weil sie erfahren haben, was so eine Luxus-Pritsche kostet.
Ja, oder hat jemand von Euch eine vernünftige Erklärung für die Headline dieser Anzeige, wo auch eine Quellenangabe für die angegebene Prozentzahl nicht vorhanden ist ...?

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