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18.01.2012
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Spießer Alfons
Don’t Be Berlin – Be Marlboro

Süchtige Menschen, nämlich Raucher, werden von der Gesellschaft ausgegrenzt. Und von der Werbung werden die Ausgegrenzten auch noch vorgeführt!

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18.01.2012

Die eigentliche Frage, die hier beantwortet werden muss, lautet: „To be or not to be?“ 

Die eigentliche Frage, die hier beantwortet werden muss, lautet: „To be or not to be?“

Dass Raucher von hoher Intelligenz sind und ein langes Leben haben, dafür gibt es ein lebendes Beispiel, nämlich Helmut Schmidt, unseren Altbundeskanzler. Der allerdings ist zum einen die Ausnahme; und zum anderen raucht der Herausgeber der „Zeit“ keine gewöhnlichen Zigaretten, sondern solche mit Mentholzusatz.
Spießer Alfons weiß nicht, wer heute noch Marlboro raucht. Die Männer, die früher mal zu dieser Marke gegriffen haben, waren amerikanische Kuhhirten. Das erinnert der Spießer aus der Werbung von Marlboro. Heute sieht man dort keinen einzigen Cowboy mehr; und Marlboro-Country ist ausgestorben, weil nicht nur die Bewohner, sondern auch deren Gäule in die ewigen Jagdgründe eingegangen sind – maybe.
So weit die Vorrede. Kommen wir nun auf die aktuelle Marlboro-Werbung zu gucken, aus der Spießer Alfons nur ein Motiv herausgepickt hat, aus dem die ganze Hoffnungslosigkeit der Marlboro- Raucher abzulesen ist. Es ist ein Citylight-Poster. Und dieser Anschlag wurde verübt auf Menschen, die besser Englisch als Deutsch verstehen – oder umgekehrt.
Und wie lautet die Botschaft von Marlboro? Die Botschaft lautet: „Left or right“ mit der Unterzeile: „Don’t be a maybe“ und dem Hinweis: „Be Marlboro“.
Das klingt ziemlich mystery, weshalb Alfons einen Werbesachverständigen zurate gezogen hat, nämlich sich selber. Und der Spießer kommt zu folgender Analyse: Der Marlboro-Raucher kann sich nicht für seinen linken oder rechten Lungenflügel entscheiden, sondern er hat beim Rauchen keine Wahl. Und weil der Texter der deutschen Sprache nicht mächtig ist, wirbt Marlboro notgedrungen mit englischem Wortlaut.
Nach „Be Berlin“ heißt es nun: „Be Marlboro“. Was den Spießer allerdings verwundert: Der Hinweis „Rauchen kann tödlich sein“ wurde nicht ins Englische translatet. Warum eigentlich nicht, Herr Marketing-Direktor ...?
Spießiges Fazit: Es ist eine Zigaretten-Kampagne, liebe Freunde der Werbung, die genauso krank ist wie das Rauchen selber. Sie ist ein Beispiel dafür, wie die Werber geistig vor sich hinkrebsen, weil der Rauch des Tabaks ihnen das Hirn vernebelt hat.

Zu jedem Reißverschluss von Moulinex gibt es eine Tube Pattex gratis dazu! 

Zu jedem Reißverschluss von Moulinex gibt es eine Tube Pattex gratis dazu!

Wie der Spießer schon häufig dokumentiert hat, lieben Werber den indirekten Weg bei der Verbraucheransprache. Hierzu bedienen sie sich gern einer bildlichen Metapher, wie wir das gerade in einer Anzeige von Moulinex erkennen – siehe die Abbildung!
Um zu beweisen, dass Kochen jetzt so einfach ist wie noch nie (merke: früher gab es noch keine Moulinex-Geräte!), zeigt der Werbegestalter zwei Zwiebeln mit Reißverschluss. Diese Reißverschlüsse gibt es von Moulinex, und sie lassen sich mit Hilfe von Pattex so auf die Zwiebeln kleben, dass man denken könnte, die Dinger ließen sich auf diese Weise von ihrer Schale befreien.
Das stimmt natürlich nicht. Und wenn das nicht stimmt: Vielleicht stimmt es dann auch gar nicht, dass das Mixen, Zerkleinern oder Pürieren mit Moulinex jetzt so einfach ist wie noch nie.
Natürlich hätte man auch Bananen zeigen können, die einen natürlichen Reißverschluss haben. Aber das wäre für die Werbegestalter einfach zu wenig kreativ gewesen.

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