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20.12.2012
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Spießer Alfons
Die Mayas behalten Recht: Das Ende naht!

Nichts dauert ewig, irgendwann hat alles ein Ende. Und so, wie am Anfang das Wort war, so herrscht am Ende die Sprachlosigkeit. Oder ein stilles Lächeln!

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20.12.2012

Seit biblischer Zeit kennen wir ihn, den Tanz ums Goldene Kalb, das heute ein Goldener Löwe ist. 

Seit biblischer Zeit kennen wir ihn, den Tanz ums Goldene Kalb, das heute ein Goldener Löwe ist.

In seiner letzten Kolumne im letzten Kalenderjahr der Maya stellt der Spießer fest: Es geht zu Ende. Womit Alfons das Tun und Treiben der Werber meint, das wir kennen vom Jahrmarkt der Eitelkeit. Denn gegen Ende 2012 hat bei Deutschlands Werbeagenturen ein Umdenken eingesetzt, und zwar über den Sinn und Unsinn von Werbewettbewerben.
Namhafte Agenturen, deren Namen für Kreativität stehen, rücken ab von ihrer Teilnahme an zahlreichen Contests, die Ruhm bei (zahlenden!) Teilnehmern hinterlassen. Oder Schmach. Und wer nicht teilgenommen hat – vielleicht nur, weil ihm der Einsatz der Mittel zu hoch war – der konnte sich logischerweise auch nicht im Ranking platzieren.
Und nun, wie eingangs erwähnt, erfüllt sich die Verheißung der Maya: Ende, aus, vorbei mit den berühmten Gold-Ideen! Denn wenn führende Agenturen auf die Bremse treten, brauchen die übrigen gar nicht mehr Gas zu geben. Weil künftige Gewinner dann nur noch als Lückenbüßer dastehen und demzufolge belächelt werden.
Wer aber hat das Thema erfunden? Nein, nicht Ricola. Und auch nicht Jung von Matt oder sonst eine Agentur hat’s erfunden. Sondern: Spießer Alfons.
Seit Jahren schon wettert der Spießer gegen den Unfug mit den Awards. In vielen seiner Kolumnen ist er wieder und wieder auf das Thema eingegangen. Und bei seinen Live-Vorträgen hat er darüber gesprochen und über den Unfug diskutiert, der a) bei Werbewettbewerben und b) mit dem Kreativranking getrieben wird.
Mit diesen seinen Versuchen, die heiligen Kälber der Agenturen zu schlachten, hatte der Spießer sich nicht nur Freunde geschaffen in der kreativen Agenturszene. Damals. Heute, wie gesagt, sehen die Werbeschöpfer das Thema Werbewettbewerbe ähnlich wie Alfons. Woraus die spießige Lesergemeinde erkennen mag, welch futuristischen Weitblick der geniale Spießer wieder einmal gehabt hat!

Ernst? Unwissen? Oder soll das womöglich lustig sein? 

Ernst? Unwissen? Oder soll das womöglich lustig sein?

Wer im vergangenen Jahr an Costa gedacht hat, der dachte an Cordalis, den griechischen Sänger, auch bekannt als Dschungelkönig von RTL. Im Januar dieses Jahres hingegen, da dachte jeder bei Costa an Concordia, das Kreuzfahrtschiff, das in einem Hafen des Mittelmeeres mit einem Felsen kollidiert ist und ein Ende mit Schlagseite gefunden hat. Dabei kamen Menschen ums Leben, viele wurden verletzt.
Und jetzt wird’s lustig, und zwar in einer Anzeige vom Kreuzfahrer Costa, wo wir lesen: „Costa, in Wirklichkeit noch schöner“ – siehe die Abbildung!
Wer das liest, der will es nicht glauben. Und die Frage, was der Textdichter damit sagen will, beantwortet sich von allein, wenn man das lachende Pärchen sieht mit der Unterzeile: „Es gibt noch viel zu entdecken.“

Costa vom Meeresgrund! 

Costa vom Meeresgrund!

Dass dagegen „Costa das Beste aus dem Meer“ ist, will der Spießer nicht bezweifeln. Hierbei handelt es sich jedoch um Meeresfrüchte der Costa GmbH & Co. KG. Und laut Werbeangabe ist Costa „Die Nr. 1 im Geschmackstest“. Woher die Firma das weiß? Vielleicht von Cordalis aus dem Dschungelcamp?
Scherz beiseite, aus der Anzeige erfahren wir: „Ergebnis der Studie mit Blindverkostung, durchgeführt von einem neutralen, renommierten Marktforschungsinstitut“. So weit, so gut.
Aber: Hat der Koch die Prawns aller Anbieter auch in derselben Pfanne zubereitet? Will meinen: Im selben Fett bzw. Öl und mit denselben Gewürzen und nicht nur mit den gleichen ...? Denn das, was die Probanden bei dem Test auf der Zunge gehabt haben, sind – gemäß Abbildung in der Anzeige – offenbar nicht die nackten rohen Meeresfrüchte, sondern sie wurden zu einem Mahl verarbeitet. Dabei resultiert der Geschmack natürlich nicht zuletzt aus Zutaten und Zubereitung.

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