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12.12.2012
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Spießer Alfons
Beschwerde beim Deutschen Werberat

„60 Jahre und kein bisschen weise ...“, hat Curd Jürgens gesungen. Der Deutsche Werberat ist erst 40 Jahre alt, da mangelt es wohl erst recht an Weisheit!“

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12.12.2012

Neue Tapete? Und warum wird der Leser aufgefordert, sich über Werbung zu beschweren? 

Neue Tapete? Und warum wird der Leser aufgefordert, sich über Werbung zu beschweren?

Hiermit beschwert sich der Spießer beim Deutschen Werberat. Über eine Anzeige. Diese Anzeige fand Alfons in einer großen Publikumszeitschrift. Genauer: „TV Today“.
Wer das Inserat gestaltet und geschaltet hat, ist Spießer Alfons nicht bekannt. Es ist für den Leser auch nicht erkenntlich, wer der Auftraggeber dieser ganzseitigen Reklameannonce ist. Auf jeden Fall muss es ein Gegner von Wirtschaftswerbung sein.
Der Text ist im Tapetenmuster abgesetzt und besteht im Wesentlichen aus: „Deutscher Werberat“. Und in der Mitte ist zu lesen: „40 Jahre“. Am Fuße folgt sie dann, die Diskriminierung aller Werbungtreibenden und Werbungschaffenden mit der öffentlichen Aufforderung: „Wenn Sie sich über eine Werbung beschweren wollen: www.werberat.de“ – siehe die Abbildung!
Was denkt der Leser, wenn er so eine Aufforderung liest? Er könnte denken: „Werbung ist störend, übertreibt, manipuliert, nervt und verschweigt die negativen Seiten von Produkten und Dienstleistungen. Darum ist Werbung böse, und darum soll ich mich darüber beschweren.“
Man stelle sich vor, der Deutsche Beamtenbund würde inserieren: „Wenn Sie sich über einen Beamten beschweren wollen: www.etc.“
Oder in einem Kaufhaus wäre ein Plakat geklebt, auf dem zu lesen ist: „Wenn Sie sich über unsere Verkäufer beschweren wollen: www.etc.“
Sollte die Anzeige tatsächlich vom Deutschen Werberat stammen, dann zeigt der damit an, dass er von Werbung nichts versteht. Absolut nix. Jeder Werbefachschüler hätte diese Anzeige besser getextet und gestaltet. Er hätte den Leuten erst einmal erklärt, wer und was der Deutsche Werberat ist. Und er hätte erläutert, wie wichtig Werbung für Unternehmen und Konsumenten ist. Und er hätte auf keinen Fall pauschal gefordert, sich über eine Werbung zu beschweren, sondern allein über unlautere Werbung. Zum Beispiel Werbung, die Menschen diskriminiert oder sonst wie beleidigt und verletzt. So, wie es mit dieser Anzeige getan wird, die ohne gegebenen Anlass dazu auffordert, sich über die Arbeit eines Berufsstandes zu beschweren. Dagegen legt der Spießer seine Beschwerde ein beim Deutschen Werberat über den Deutschen Werberat.

Ein weihnachtliches Wunder mit Axt! 

Ein weihnachtliches Wunder mit Axt!

Frage: Wie kann Weihnachten noch viel schöner sein als ... Weihnachten?
Das Alstertal-Einkaufszentrum in Hamburg-Poppenbüttel hat den Bürgern „Das große Weihnachtsmagazin“ in den Briefkasten stecken lassen. Und die Poppenbütteler berichten, dass es im dortigen EKZ „wie Weihnachten“ ist, „nur noch viel schöner“.
Welch schöne Worte. Wie haben wir sie aber zu verstehen: Weihnachten schöner noch als Weihnachten? Kommt der Weihnachtsmann vielleicht zusammen mit dem Osterhasen ins Einkaufszentrum nach Poppenbüttel ...?
Mal abgesehen vom Fest der Christenheit, ist Weihnachten das Fest der Geschenke. Das macht Weihnachten schön. Doch wie um alles in der Welt soll Weihnachten noch viel schöner sein als ... Weihnachten?
Spießer Alfons stellt sich das so vor: Die Geschäfte im Alstertal-Einkaufszentrum verkaufen keine Weihnachtsgeschenke. Sondern verschenken sie. (Deshalb bieten die ja auch „Geschenke“ für Weihnachten an. Und reden nicht von „Einkäufen“ zum Fest!)
Oder aber ... nein, daran mag der Spießer gar nicht denken. Doch Alfons schreibt ihn auf, und zwar folgenden Gedanken: Weihnachten ist das Fest der Liebe! Und so sehen wir in der Anzeige eine junge Frau, die wir offensichtlich dort in Poppenbüttel finden. Wohlgemerkt: Poppenbüttel! Und die Frau wird gerade ausgezogen von einem ... Büttel. Was für viele Menschen eben noch viel schöner ist als Weihnachten.
Oder fällt Euch zu der Botschaft aus Poppenbüttel vielleicht etwas Sinnvolleres ein, was Spießer Alfons eventuell übersehen hat, wie die Axt im Bilde, die dort in der Wand steckt ...?

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