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07.02.2013
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Spießer Alfons
Bei Beef wird echt die Sau rausgelassen

„Männer sind Schweine“ ist der Titel eines Songs, mit dem Männer diskriminiert werden. Oder nicht ...? Hier ist von Schweinen in der Werbung die Rede!

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07.02.2013

Die Bibliothek eines Mannes ist ein Schweinestall? 

Die Bibliothek eines Mannes ist ein Schweinestall?

Nachdem der Verlag Gruner + Jahr fest in weiblicher Hand ist, wird dort die Sau rausgelassen. Was sich darin zeigt, dass Männer diskriminiert werden wie im vorliegenden Fall von „Beef!“, der Kochzeitschrift mit dem Claim: „Männer kochen anders“ – siehe Abbildung der Annonce!
Die Headline beginnt mit der Aussage: „Bibliothek für Männer:“ und endet: „Ein dicker Schinken neben dem anderen.“ Und wer nun denken möchte, dass die genannten „Schinken“ alles dicke Klassiker aus der Welt der Literatur sind, der wird vom Textdichter eines Schlechteren belehrt. Denn der bezieht sich mit seiner Headline auf Schweineärsche und bekundet damit: Die Bibliothek eines Mannes ist ein reiner Saustall.
(Zwischen den Absätzen: Was mag eigentlich der Herr Brüderle, FDP, über diese männliche Diskriminierung denken ...?)
Noch einmal gesagt: In der Bibliothek eines Mannes gibt es keine Bücher. Stattdessen stehen dort Schinken, und zwar Schweinearsch an Schweinebacke. Womit indirekt zum Ausdruck kommt, dass Männer nicht belesen sind, sondern bloß verfressen.
Zurück zur Behauptung „Männer kochen anders“: Meint dieser Hinweis, dass Männer einen luftgetrockneten Schinken tatsächlich auf die Kochplatte stellen? Okay, bei Saltimbocca alla romana mag das durchaus zutreffen, aber im Allgemeinen isst der stramme deutsche Max seinen Schinken auf Brot, roh zum Spargel oder auf einer Honigmelone drapiert. Dazu muss das Fleisch weder gekocht noch gebraten werden.
Und schließlich verabscheut Alfons es, wenn die lebende Kreatur in der Werbung abgebildet und verhöhnt wird, um damit auf eine Zubereitungsart für den Esstisch des Menschen hinzuweisen. Das ist in den Augen des Spießers nicht nur geschmacklos, das ist auch unmoralisch und so unnötig wie ein Blinddarm.

Eine „Brillenfassung“ ist das Brillenetui, was sonst! 

Eine „Brillenfassung“ ist das Brillenetui, was sonst!

Immer wieder begegnen wir in der Werbung sogenannten „Gratis-Angeboten“, die gar nicht gratis angeboten werden. Merke: „Gratis“ meint, dass man etwas kostenlos erhält, also ohne dafür Geld zu zahlen oder ein sonstiges Entgelt abliefern zu müssen.
Womit der Spießer zu einem aktuellen Casus Belli kommt, nämlich einer Anzeige von Apollo-Optik mit der Aussage in Großbuchstaben: „Brillenfassungen gratis!“ Denn: Folgt der Anzeigenleser dem winzigen Sternchen hinter dem riesigen „GRATIS!“ runter zur Fußnote, dann erfährt er dort: Is’ nix mit gratis! Nur wer eine Brille in Sehstärke kauft, bekommt dazu die Brillenfassung unter weiteren Voraussetzungen, weil das Gestell dann nämlich im Preis der Gläser einkalkuliert ist.
Was meint: Kommt ein Sehbehinderter, der das Kleingedruckte in der Anzeige nicht entziffern konnte, mit zwei Brillengläsern zu Apollo-Optik und möchte dazu ein passendes Gestell gratis haben, dann bekommt er lediglich ein mitleidiges Lächeln.
Und überhaupt: Was hat man sich eigentlich unter einer „Brillenfassung“ vorzustellen? Laut Duden ist es ein „Brillengestell“, was der Spießer allerdings bezweifelt. Denn man kann es auch real sehen: Unter einer Brillenfassung versteht Alfons ein Brillenfutteral. Das Brillengestell dagegen ist vielmehr eine Gläserfassung. Oder sieht jemand von Euch das anders ...? 

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