HORIZONT.NET
04.02.2008
von Volker Schütz,
Chefredakteur

Warum sich Steve Ballmer verspekulieren wird


Glaube kann bekanntlich Berge versetzen. Microsoft-Chef und Google-Hasser Steve Ballmer scheint ein sehr gläubiger Mensch zu sein. Nur so lässt sich die bedingungslose Bereitschaft erklären, für die Übernahme des  einstigen Internet-Shooting-Stars Yahoo sogar einen Milliarden-Kredit aufzunehmen.
 

Was aber würde ein Zusammengehen von Microsoft und Yahoo dieser neu geschmiedeten Anti-Google-Allianz eigentlich bringen? Auf kurz- und mittelfristige Sicht - nicht viel. Die quälend langen Monate, die Microsoft und Yahoo damit vergeuden würden, ihre inkompatiblen Kulturen kompatibel zu machen, neue funktionsfähige Managementstrukturen aufzubauen, Stellen einzusparen und die Abfindungen überflüssiger Manager zu verhandeln (die berühmten Synergieeffekte) und vieles mehr, könnte Google für weitere Innovationen und den Aufbau neuer Geschäftsfelder nutzen: Noch lässt  Google Tools wie Text & Tabellen vor sich herdümpeln. Das dürfte sich aber ändern, wenn klar ist, wer gegen Google aufmarschiert
 

Auch die Hoffnung, dass ein kombiniertes MSN/Yahoo-Angebot die Google-Suche entscheidend schwächt, ist trügerisch. Aus welchem Grund sollten die Nutzer weltweit nicht mehr bei Google, sondern bei MSN/Yahoo suchen?
Mit anderen Worten: Googles Marktstellung wird bei einer Übernahme von Yahoo durch Microsoft gestärkt - und nicht etwa geschwächt.
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