11.02.2009
Strategische Gedankenspiele
In Krisenzeiten wie diesen stehen alle Medienunternehmen vor derselben Frage: Welche Titel haben Perspektive, in welche Geschäftsfelder wird investiert, welche werden abgestoßen? Axel Springer hat mit dem Verkauf seiner Regionalzeitungsbeteiligungen an Madsack ein deutliches Signal gesetzt. Die strategische Ausrichtung ist klar: Vorstandschef Mathias Döpfner setzt auf Auslandsexpansion, das Internet und natürlich die "Bild"-Gruppe.
Wie wichtig und unverzichtbar Segmente wie etwa die Programmzeitschriften sind, ist dagegen womöglich schon mal eine Überlegung wert. Die Ausgangslage ist ja nicht schlecht: Axel Springer hat mit "TV Digital" und "Hörzu" zwei bärenstarke Marken im
Portfolio, schreibt insgesamt mit den Programmies gute Renditen und verfügt über
eine Programm-Datenbank, die für effiziente Prozesse sorgt. Ein Käufer ließe sich für dieses Geschäftsfeld zweifellos schnell finden - Kandidat Nummer 1 wäre wohl die Essener WAZ-Gruppe.
Das Ganze ist nur ein Gedankenspiel, dass sich Axel Springer von einem Titel wie "Hörzu" trennen könnte, klingt dann doch arg abenteuerlich. Doch eines ist auch klar: 2009 werden wir Deals sehen, die vor einem Jahr noch niemand für möglich gehalten hätte.
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