HORIZONT.NET
24.07.2008
von Jürgen Scharrer,
Chefredakteur

Schlagabtausch im Internet


Facebook verklagt StudiVZ, als Kopie das intellektuelle Eigentum von Facebook zu missbrauchen. Was steckt dahinter? These 1 stammt von Marcus Riecke, dem CEO der Online-Gemeinschaft StudiVZ: „Nachdem es Facebook trotz aufwendiger Bemühungen nicht gelungen ist, in Deutschland Fuß zu fassen, versucht man jetzt offensichtlich, den Erfolg von StudiVZ gerichtlich zu verhindern."

These 2 passt zu These 1, geht aber einen Schritt weiter: Die Amis wollen Holtzbrinck mit der Klage dazu bringen, ihnen StudiVZ zu verkaufen. Wie dem auch sei, eines zeigt der aktuelle Streit einmal mehr: nämlich wie schwierig es ist, im Internet Geld zu verdienen. Und das ist ein echtes strategisches Dilemma für die Verlage.

Einerseits sind sie gezwungen, rückläufige msätze im Kerngeschäft Print durch Online-
Aktivitäten zu kompensieren. Das Ganze hat - andererseits - nur einen Haken: Das Geld,
das die Verlage ins Web stecken, kommt bisher nur selten in Form von Gewinnen zurück.
Trotz toller Userzahlen ist auch StudiVZ wirtschaftlich bisher eine einzige Enttäuschung.

Der Versuchung, ihre Beteiligung zu einem guten Preis Facebook zu verkaufen, wird Holtzbrinck aber wohl widerstehen. Die Musik spielt nun mal im Internet - auch wenn die Luft dort ziemlich rau ist.
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