19.12.2007
Günter Thiel: Erpresstes Wohlverhalten
Die Zahl der Stehaufmännchen ist klein - Günter Thiel gehört dazu. 1985 gründet er Thiel Logistik, zu Topzeiten mit über 48 Euro an der Börse notiert. 2003 der Absturz, Thiel verkauft. Danach steigt er bei TNT ein, 2005 wird er Pin-Chef. Jetzt ist er raus aus dem Spiel - vorerst. Zunächst wollte er die Pin-Anteile von Axel Springer abkaufen - der Verlag indes hält sein Angebot für inakzeptabel.
Ungewöhnlich scharf verurteilt Springer Thiels Gebaren. Der Mittelbedarf liegt laut Springer bei 300 Millionen Euro, Thiel will sich auf maximal 50 Millionen verpflichten. Das Frechste indes ist die „Wohlverhaltensklausel", nach der sich Springer verpflichten sollte, „alles zu unterlassen, das der Pin Group in den Medien Schaden zufügen könnte". Auch wenn das ein denkwürdiges Verhalten ist: Wer so agiert, dürfte bald wieder auftauchen.
- Medien 19. Dezember 2007: Springer erklärt Verhandlungen mit Pin Group endgültig für gescheitert
- Medien 18. Dezember 2007: Pin-Chef Günter Thiel erklärt Rücktritt
- Medien 17. Dezember 2007: Pin-Chef Thiel und Springer verhandeln über Zukunft des Postkonkurrenten
- Marketing 17. Dezember 2007: TNT Post kämpft gegen Mindestlohn
- Medien 12. Dezember 2007: Vorstandschef Thiel plant neues Gesellschaftermodell für die Pin Group
- Medien 10. Dezember 2007: Pin Group droht das Aus
- Medien 4. Dezember 2007: Pin Group kündigt Massenentlassungen an
- Medien 3. Dezember 2007: Springer prüft Einstellung des Postgeschäfts
- Klartext 5. Dezember 2007: Mathias Döpfner: Bad News für den Visionär
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