18.02.2009
Die Stunde der Strategen
Eines kann man den Verlagsmanagern sicher nicht vorwerfen: dass sie angesichts der massiven Anzeigenkrise in Schockstarre verfallen. Alle tun was, Gruner + Jahr verordnet seinen Wirtschaftsmedien eine Zentralredaktion, Philipp Welte setzt bei Burda erste Akzente, Springers Vermarktungschef Peter Würtenberger verblüfft mit einem neuen Vermarktungsmodell, über das in den nächsten Wochen und Monaten noch heftig debattiert werden wird.
Auch von der Verlagsgruppe Handelsblatt, die gerade Unternehmensberater ins Haus geholt hat, wird man in diesem Jahr wohl noch einiges hören. Nachgedacht werden muss über vieles: Welche Paid-Content-Modelle sind im Internet vielleicht doch durchsetzbar, können sich die Verlage als Dienstleister neue Erlösquellen erschließen, welche Anpassungen im Portfolio sind notwendig, welche Kooperationen sinnvoll?
Wie schwer es ist, mit Innovationen erfolgreich zu sein, zeigt aktuell das Aus von Zoomer.de und "20 Cents". Aber es hilft ja nichts, Business as usual genügt nicht mehr, Print schwächelt und das Internet hat für die Verlage seinen Nimbus als großer Hoffnungsträger eingebüßt. 2009 wird sich zeigen, welche Manager es wirklich draufhaben - und welche dann doch nur zum Schönwetter-Kapitän taugen.
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