09.07.2008
Dauerstreit findet kein Ende
Der seit Jahren mit Bitterkeit und bösen Worten ausgetragene Streit zwischen OWM (Werbungtreibende) und OMG (Mediaagenturen) wird zunehmend grotesk. Beide Verbände verrennen sich in Spitzfindigkeiten und juristischen Grundsatzdebatten, die regelmäßig in die Sackgasse führen. So komplex die Diskussion im Detail tatsächlich ist, so einfach ist im Grunde die zentrale Frage: Ist es in Ordnung, wenn die Mediaagenturen sich ihre Arbeit nicht nur von ihren Kunden, sondern auch noch von den Medien bezahlen lassen?
Am grünen Tisch und auf Verbandsebene ist offensichtlich keine Lösung in dieser Frage
möglich. Realistisch betrachtet liegt das Heft des Handelns bei den Unternehmen. Sie schließen bilaterale Verträge mit den Mediaagenturen und können darauf drängen, dass
alle Rabatte und sonstigen Zahlungen der Medien von den Agenturen an die Kunden weitergereicht werden müssen. Ordnungspolitisch gesehen wäre das die zweifellos sauberste und transparenteste Lösung.
Nur: Wenn die OWM und ihre Mitglieder so ein Modell wirklich wollen, müssen sie auch mit den Konsequenzen leben. Und das bedeutet: Zu Billigtarifen wie bisher ist die Beratungsleistung der Mediaagenturen dann nicht mehr zu haben.
- Agenturen 9. Juli 2008: Offener Brief: OMG übt harsche Kritik an der Vorgehensweise der Kundenverbände
- Agenturen 3. Juli 2008: OWM will Mediaagenturen enger an die Kandare nehmen
- Agenturen 10. April 2008: OMG beendet Verbandsgespräche über das Mediasystem
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