HORIZONT.NET
03.09.2008
von Jürgen Scharrer,
Chefredakteur

Burda muss sich jetzt erklären


Offiziell schweigt Burda eisern - viel helfen wird das freilich nicht mehr. Seit dieser Woche kann jeder lesen, was auf den Unternehmensfluren seit Wochen beliebtes Tuschelthema ist. Vorstandsvize Jürgen Todenhöfer bereitet seinen Abschied vor, mit dem Springer-Manager Philipp Welte steht der Nachfolger schon parat.
Die nächsten Wochen werden anstrengend für die Münchner, denn die Diskussion um die
neue Führungsstruktur ist jetzt nicht mehr zu stoppen. Wer wird Vizechef (Finanzchef Paul-Bernhard Kallen, Welte oder gar Senkrechtstarterin Christiane zu Salm)? Bekommt Rückkehrer Welte (wenn er denn kommt) auch die Verantwortung für "Focus"? Zieht sich Helmut Markwort 2009 aus dem Vorstand zurück, werden er und Todenhöfer als Beiräte oder in anderer Funktion dem Unternehmen vebunden bleiben?

Immerhin: Burda ist nicht schlecht aufgestellt, auch wenn nach Insiderschätzungen der Verlag beim Printumsatz in diesem Jahr 3 bis 5 Prozent unter Vorjahr bleiben wird. Die Programmzeitschriften hängen durch, "Focus" tut sich bei der Auflage schwer, "Bunte" schlägt sich prächtig. Alles in allem kein Grund zur Panik. Doch wenn Verleger Hubert Burda jetzt den vielen Gerüchten keine harten Fakten entgegensetzt, steht Unruhe
ins Haus.
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