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Flop der Woche

von Santiago Campillo-Lundbeck,
Redakteur Marketing

Apollos Inferno: Ein werblicher Abstieg in die Nachahmer-Hölle

Apollo-Optik

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zur Kampagne
Ist wirklich nur so wenig Zeit vergangen, seit Apollo-Optik noch auf Markenwerte setzte? Anfang 2011 verpflichtete der ewig hinter Platzhirsch Fielmann Zweitplatzierte mit Grabarz & Partner einen ausgewiesenen Experten für kreative Händler-Werbung. Doch nach einer stimmungsvollen Kampagne war schon Schluss mit dem Mut zur Emotion. Den größten Teil des Jahres gab es von Apollo-Optik nur knallharte Angebotswerbung zu sehen. Und weil das offensichtlich auch nicht so richtig funktioniert, übernimmt man nun einfach das Erfolgsrezept der Konkurrenz. Herausgekommen ist bei dem mit der österreichischen Agentur Blink umgesetzten Auftritt ein wirklich missratener Abklatsch der Fielmann-Kampagne.
 
Wie ihn Dantes Inferno hat auch dieser Abstieg in die Nachahmer-Hölle mehrere Kreise für die unterschiedlichsten Sünden zu bieten. Der 1. Kreis wäre für Nachahmer reserviert, die fremde Kreationen kopieren, obwohl sie über die kreativen Ressourcen für einen eigenen Auftritt verfügen würden. Zwar gilt immer noch der Satz "Gut geklaut ist besser als schlecht erfunden". Aber glaubt denn wirklich jemand ernsthaft, dass eine Agentur wir Grabarz an der Kreation scheitern würde? Doch wenn dem Auftraggeber der Mut fehlt, ist auch die beste Kreation zum Scheitern verurteilt.
Im 2. Kreis der Nachahmer-Hölle muss Apollo schmoren, weil es sich seine "Inspiration" nicht nur im eigenen Land, sondern sogar im direkten Wettbewerbsumfled gewählt hat. Wenn das eigentliche Ziel von Werbung ist, eine unverwechselbare Botschaft zu vermitteln, präsentiert eine solche Nachahmerkampagne einfach nur das Bild einer Me-too-Marke ohne eigener Identität.
 
Der 3. Kreis der Hölle gehört den Nachahmern, denen es dann nicht einmal gelingt, die ursprüngliche Idee zumindest mit neuen Aspekten aufzuladen. Fielmanns Straßenumfrage ist mittlerweile in Würde ergraut, aber mit Sicherheit nicht das spannendste Stück Werbefilm, das es im Fernsehen zu sehen gibt. Wenn man schon die gleiche Grundidee der Kunden-Testimonials übernimmt, hätte man sie doch zumindest interessanter inszenieren können.
 
Der 4. und dunkelste Kreis der Nachahmer-Hölle ist schließlich für alle Kopisten reserviert, denen bei ihrer Version einer exisiterenden Kampagne dann auch noch die simpelsten handwerklichen Standards nicht gelingen wollen. Das Drehbuch der TV-Spots mit ihrem "Drei-mal O"-Versprechen wäre schon in den 80er Jahren nicht mehr State of the Art gewesen. Und die darstellerische Leistung der Schauspieler ist in ihrer Hölzernheit fast schon wieder eines Avantgarde-Theaters würdig.
 
Gibt es für Apollo-Optik Hoffnung auf Erlösung? Hier hilft nur noch beten. cam
 

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