Flop der Woche
24.05.2013
Fragwürdiges Kampagnenmotiv: We Do benutzt Hoeneß als Objekt der Satire

Uli Hoeneß wird für die Agentur We Do zum unfreiwilligen Testimonial (Bild: "P&K")
Auf dem Möchtergern-Wahlplakat hält ein erröteter und treuherzig dreinschauender Hoeneß einen 1000-DM-Schein in die Luft – darüber steht der Slogan "Für alle, die Stress mit den Euro haben" der fiktiven Partei Alternaive für Deutschland. Die Arbeit ist das Ergebnis eines Aufrufes von "Politik & Kommunikation" an Agenturen aus dem Bereich der politischen Kommunikation, sich mit den Zielen der Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland auseinanderzusetzen.
Eigentlich müsste es eine Agentur wie We Do besser wissen: Die Berliner Kreativen gelten als renommierte Kommunikationsagentur und sind nah dran am Politikbetrieb in der Hauptstadt – zu den Kunden gehören unter anderem zwei Bundesministerien (für Bildung und Forschung sowie für Familien, Senioren, Frauen und Jugend) und die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. We Do will nach eigenen Angaben "aktivierende Kommunikation" betreiben - aktiviert hat die Agentur mit der Anzeige aber bestenfalls Kritiker und aufgebrachte Hoeneß-Fans.
Für "P&K" (Auflage: 10.000 Exemplare) hat die Anzeigenaktion hingegen ihren Zweck erfüllt: Selten wurde dem Blatt aus dem Verlag Helios Media eine solche Aufmerksamkeit zuteil. Erschienen ist die Hoeneß-Anzeige in der Mai/Juni-Ausgabe neben zwei weiteren fiktiven Kampagnenmotiven der Agenturen Dieckertschmidt und Upart, versehen mit dem Hinweis "Satire". Die beiden anderen Anzeigen sind zwar auch nicht der Inbegriff der Kreativität, haben der We-Do-Arbeit aber eines voraus: sie sind deutlich geschmackvoller. fam
Hier geht's zum Top der Woche: Der etwas andere Autospot von VW
| Kunde: | Politik & Kommunikation |
| Agentur: | We Do |
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