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Flop der Woche

von Fabian Müller,
Redaktion HORIZONT

Fragwürdiges Kampagnenmotiv: We Do benutzt Hoeneß als Objekt der Satire

Uli Hoeneß wird für die Agentur We Do zum unfreiwilligen Testimonial (Bild: "P&K")

Uli Hoeneß wird für die Agentur We Do zum unfreiwilligen Testimonial (Bild: "P&K")

Satire darf bekanntlich alles – aber lustig sollte sie bitteschön sein. Für das Magazin "Politik & Kommunikation" (P&K) hat die Agentur We Do eine satirische Anzeige kreiert, die zwar witzig sein möchte, allerdings an der Grenze zum Geschmacklosen wandelt. Zu sehen ist der mutmaßliche Steuersünder Uli Hoeneß, im Hauptberuf Präsident von Bayern München – dieser Tage ein Motiv mit Hinguckfaktor, aber begrenzter Halbwertzeit.
 
Auf dem Möchtergern-Wahlplakat hält ein erröteter und treuherzig dreinschauender Hoeneß einen 1000-DM-Schein in die Luft – darüber steht der Slogan "Für alle, die Stress mit den Euro haben" der fiktiven Partei Alternaive für Deutschland. Die Arbeit ist das Ergebnis eines Aufrufes von "Politik & Kommunikation" an Agenturen aus dem Bereich der politischen Kommunikation, sich mit den Zielen der Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland auseinanderzusetzen.
Gesagt, getan: We Do will den Sinnzusammenhang herstellen zwischen einer Partei, die den Euro abschaffen will und einem Prominenten, der "Probleme" mit der Währung hat - und kommt dabei auf den gestolperten Hoeneß (auch wenn der Bayern-Präsident seine Bankgeschäfte in der Schweiz abgewickelt hat, wo der Euro ja bekanntlich keine Landeswährung ist). Rund vier Wochen nach dem Bekanntwerden der Steueraffäre immer noch derart über Hoeneß herzuziehen, ist jedoch ziemlich ausgelutscht und wenig kreativ. Auch die grafische Umsetzung ist alles andere als raffiniert - ein Bildbearbeitungskünstler war hier nicht am Werk.
 
Eigentlich müsste es eine Agentur wie We Do besser wissen: Die Berliner Kreativen gelten als renommierte Kommunikationsagentur und sind nah dran am Politikbetrieb in der Hauptstadt – zu den Kunden gehören unter anderem zwei Bundesministerien (für Bildung und Forschung sowie für Familien, Senioren, Frauen und Jugend) und die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. We Do will nach eigenen Angaben "aktivierende Kommunikation" betreiben - aktiviert hat die Agentur mit der Anzeige aber bestenfalls Kritiker und aufgebrachte Hoeneß-Fans.
 
Arbeit von Dieckertschmidt für die aktuelle Ausgabe (Bild:" P&K")

Arbeit von Dieckertschmidt für die aktuelle Ausgabe (Bild:" P&K")

Für "P&K" (Auflage: 10.000 Exemplare) hat die Anzeigenaktion hingegen ihren Zweck erfüllt: Selten wurde dem Blatt aus dem Verlag Helios Media eine solche Aufmerksamkeit zuteil. Erschienen ist die Hoeneß-Anzeige in der Mai/Juni-Ausgabe neben zwei weiteren fiktiven Kampagnenmotiven der Agenturen Dieckertschmidt und Upart, versehen mit dem Hinweis "Satire". Die beiden anderen Anzeigen sind zwar auch nicht der Inbegriff der Kreativität, haben der We-Do-Arbeit aber eines voraus: sie sind deutlich geschmackvoller. fam
 

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Kunde:Politik & Kommunikation
Agentur:We Do
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