Weltweite Werbepost-Studie: 80 Kilo Werbung im Schweizer Briefkasten

Mittwoch, 06. Juni 2018
80 Kilo Werbung landen jährlich in Schweitzer Briefkästen
80 Kilo Werbung landen jährlich in Schweitzer Briefkästen

Ob E-Mail-Postfach oder Briefkasten – beinahe täglich müssen wir beide von Werbung befreien. Der Unterschied: Die tägliche Briefkasten-Werbung erzeugt im Gegensatz zur Online-Werbung Unmengen an Abfall. Der Digitalisierer von Briefpost, CAYA, hat untersucht, wie viel Kilo Werbepost Haushalte in aller Welt empfangen. Ganz vorne liegt die Schweiz mit 80 Kilogramm.
Deutschland verteilt hingegen europaweit mit Abstand die meiste Werbung. Rund 1,9 Mio. Tonnen Werbung müssen die Briefkästen dort jährlich fassen. Den zweiten Platz belegt dann schon die Schweiz. Ihr Werbeaufkommen von 295.000 Tonnen entspricht jedoch gerade einmal 16 Prozent des deutschen Aufkommens. Frankreich verteilt mit 280.000 Tonnen ähnlich viel. Den vierten und fünften Platz belegen Tschechien (152.000 t)  und Ungarn (105.000 t).

Im globalen Vergleich liegt die USA vorne. Die Staaten werfen jährlich Werbung mit einem Gegengewicht von rund 8 Mio. Tonnen in die Briefkästen ihrer Einwohner. Mit weitem Abstand belegt Kanada Platz Nummer drei: Die Nordamerikaner erhalten jährlich Werbepost mit einem Gegengewicht von rund 436.000 Tonnen. Zum Vergleich: Der Durchschnitt aller 20 Nationen liegt bei 60.000 Tonnen.

Im internationalen Vergleich von Werbepost pro Haushalt liegt hingegen die Schweiz vorne. 80 Kilogramm Werbung müssen die Haushalte im Schnitt pro Jahr entnehmen. Dicht dahinter kommt Slowenien mit 72 Kilo pro Haushalt. Platz drei und vier belegen die USA (62 Kilo) und Estland (48 Kilo).Deutschland belegt den fünften Platz. Pro Jahr erhält hier jeder Briefkasten durchschnittlich 46 Kilogramm Werbung. Der internationale Durchschnitt liegt bei 21 Kilo.

Alexander Schneekloth, CEO von CAYA, setzt sich für einen Rückgang der Werbepost ein: "Verbraucher können zwar selbst aktiv werden und der Werbung formlos widersprechen oder einen “Werbung Verboten” Aufkleber am Briefkasten anbringen, ob das jedoch wirklich die Menge der produzierten Werbung reduziert, ist fraglich. Eine deutlich effektivere Gegenmaßnahme wäre die Einführung einer Umweltabgabe für den Druck von Werbung.“.

Die Papiererzeugung sei einer der stärksten Energieverbraucher, so Caya und belegt das für Deutschland  mit Zahlen:  Nach den Kennzahlen des Verbands Deutscher Papierfabriken werden für die 1,7 Mio. Tonnen Werbepost rund 1,08 Mio. Tonnen CO2 ausgestoßen. Zum Vergleich: Das entspricht ca. 390 Flügen um den Äquator mit einem voll ausgelasteten Airbus A320. Auch der Wasserverbrauch ist gravierend. Bei einem Verbrauch von 9.000 Liter pro Tonne Papier, werden für Werbepost demnach in nur einem Jahr 15 Mrd. Liter Wasser eingesetzt. So viel verbrauchen 30.000 Menschen in einem Jahr. Auch der Stromverbrauch ist nicht unerheblich: Ca. 3,85 Mio. kWh fallen für die Herstellung an. Das entspricht dem jährlichen Verbrauch von rund 1.750 Haushalten.

CAYAS Erkenntnisse sind nicht ganz uneigennützig. Der digitale Briefkasten ist ein führender Anbieter für die Digitalisierung und Archivierung der täglichen Briefpost. Der Service ermöglicht Privatpersonen sowie kleinen Unternehmen ihre sonst physische Post online zu empfangen und sie via  App oder Webseite jederzeit und ortsunabhängig zu bearbeiten. vg

 

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