WEKO UPC erzielt einen Etappensieg

Mittwoch, 12. Juli 2017
UPC sieht sich durch den WEKO-Beschluss in ihrem Umgang mit der Swisscom bestätigt
UPC sieht sich durch den WEKO-Beschluss in ihrem Umgang mit der Swisscom bestätigt
© UPC

Die Eidgenössische Wettbewerbskommission (WEKO) ordnet nach eigenen Angaben in der Untersuchung zur Übertragung von Eishockey im Pay-TV keine vorsorglichen Massnahmen an, da die dafür notwendigen Voraussetzungen nicht vorlägen.

Das bedeutet, dass der UPC-Sportkanal MySports wohl wie geplant am 8. September zu Beginn der Schweizer Eishockey-Saison an den Start gehen kann. "Dieser Entscheid der Weko kommt für uns nicht überraschend und wir fühlen uns in unserem bisherigen Weg bestätigt", sagt UPC-Chef Eric Tveter. UPC hatte 2016 von der Swiss Ice Hockey Federation exklusiv für fünf Jahre die Senderechte für die obersten Schweizer Eishockeyligen ab der Saison 2017/18 gekauft und will die Spiele zusammen mit Quickline und 14 weiteren Distributionspartnern über MySports übertragen. MySports sei ein wichtiger Schritt in Richtung effektiver Wettbewerb, meint Tveter. "Der Sender wird das bisherige, unfaire Monopol bei den Sportrechten in der Schweiz aufbrechen."

Der Swisscom, die als TV-Plattformanbieter nicht über das Kabelnetz operiert, hat UPC kein Angebot für die Übertragung der Spiele gemacht. Dagegen hat der teilstaatliche Telekomkonzern geklagt und die Prüfung vorsorglicher Massnahmen beantragt. Ein Erlass solcher vorsorglicher Massnahmen setzt laut WEKO unter anderem voraus, dass ohne den Erlass ein deutlicher Nachteil für den Wettbewerb droht. Die Kommission ist jedoch zu dem Schluss gekommen: "Auch wenn vorliegend Anhaltspunkte für ein wettbewerbswidriges Verhalten der UPC gegeben sind, konnte die WEKO nicht feststellen, dass durch die mögliche Verweigerung der UPC eine nachhaltige und irreversible Änderung der Marktstruktur auf Ebene der TV-Plattformen droht."

Ob die 1,5 Millionen TV-Kunden der Swisscom doch in den Genuss der Eishockeyspiele kommen werden, ist allerdings noch offen. Der Telekommunikationsanbieter weist darauf hin, dass eine endgültige Entscheidung der WEKO noch ausstehe. Die Untersuchung, ob UPC eine marktbeherrschende Stellung in Sachen Pay-TV-Eishockey habe und diese ausnutze, ist nicht abgeschlossen. Die Swisscom will nach eigenen Angaben weiter dafür kämpfen, dass ihre Kunden nicht auf das Schweizer Liga-Eishockey verzichten müssen.

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