Swisscows Neue Kooperation mit Amazon soll Einnahmen bringen

Dienstag, 14. Februar 2017
Beispiel einer Büchersuche auf Amazon – via Swisscows.
Beispiel einer Büchersuche auf Amazon – via Swisscows.
© zvg
Themenseiten zu diesem Artikel:

Amazon Suchmaschine Nutzerdaten Schweiz Donald Trump Hulbee


Swisscows, die Schweizer Suchmaschine, die keine Nutzerdaten speichert, geht ab sofort eine Kooperation mit Amazon ein: Für Einkäufe, die über Swisscows getätigt werden, erhält die Suchmaschine dann Provisionen. Doch wer über Swisscows etwas auf Amazon sucht, bleibt bis zum Kaufakt anonym.
Swisscows ist seit 2014 auf dem Markt und bietet ausser der üblichen Suche auch Bilder- und Video-Suche und Übersetzung an. Mittlerweile verzeichnet die Website nach eigenen Angaben über 17 Millionen Suchanfragen pro Monat. Da aber Swisscows keine Daten speichert und ganz auf Werbung verzichtet, ist die Suchmaschine auf Spenden angewiesen. Swisscows ist ein Projekt der Schweizer Hulbee AG. Wohl nicht zuletzt, weil die Spenden nur spärlich fliessen, hat sich Hulbee-Gründer Andreas Wiebe nach neuen Einnahmequellen umgesehen – und nun offenabr eine weitere gefunden: Er ging eine Kooperation mit Amazon ein. Demnach erhält Swisscows Provisionen, sobald über Wiebes Suchmaschine Einkäufe auf dem Portal getätigt werden.

Ist es aber nicht ein Widerspruch, einerseits den Swisscows-Usern Datenschutz zu versprechen, sie andrerseits aber mit der Kooperation mit Amazon an einen der grossen Datensammler weiter zu leiten? "Nein", sagt Wiebe, "denn solange die User ihre Suche auf Amazon über Swisscows tätigen, bleiben sie  anonym, selbst wenn sie auf Amazon Details zu Büchern anschauen."
Auf Swisscows das Thema des Buches eingeben, Suchresultate abwarten und dann in der Mitte auf Amazon klicken.
Auf Swisscows das Thema des Buches eingeben, Suchresultate abwarten und dann in der Mitte auf Amazon klicken. (Bild: zvg.)
Und so muss man vorgehen: Wer beispielsweise ein Buch zu Donald Trump  sucht, gibt auf Swisscows den Titel, Autor oder das Thema ein – etwa "Donald Trump". Es erscheint dann eine normale Ergebnisliste zur Suchanfrage – also nicht bloss Bücher. Nun klickt der User in der Menueleiste der Suchmaschine auf "Amazon" und erhält nun alle Amazon-Angebote, also Bücher und anderer Artikel, die mit Trump zu tun haben. Dazu kann er auch die Details ansehen. "Amazon stellt bis dahin einzig fest, dass jemand über Swisscows auf dem Portal sucht, doch die IP-Adresse des Users sieht Amazon nicht", sagt Wiebe. Anders gesagt: Der User erhält quasi eine vorübergehende Swisscows-Identität. Erst wenn er einen Kauf tätigt und dafür auch seine Adresse und die Angaben zu seiner Kreditkarte angeben muss, verlässt der User den Swisscows-Anonymitätsschutz, erklärt Wiebe. Im Gegenzug erhält dann Swisscows Umsatzanteile der getätigten Einkäufe.

"Wir würden uns sehr freuen, wenn unsere User ihren Einkauf bei Amazon über Swisscows tätigen, denn so tragen die zum Datenschutz bei", sagt Wiebe. Durch die neue Kooperation ist Swisscows wohl der grösste Amazon-Partner in der Schweiz, meint Wiebe. knö

Meist gelesen
stats