Swisscom Mehr DigitalTV-Abos, viel weniger Telefonabos, starker Stellenabbau

Mittwoch, 07. Februar 2018
Die Swisscom bleibt auch von 2018 bis 2022 konkurrenzlose Grundversorgerin im Telekombereich.
Die Swisscom bleibt auch von 2018 bis 2022 konkurrenzlose Grundversorgerin im Telekombereich.

Der konsolidierte Nettoumsatz 2017 von Swisscom lag stabil auf Vorjahresniveau bei 11.6 Millionen Franken (+0,2%). Im Schweizer Kerngeschäft sank jedoch der Umsatz um 2,1 Prozent auf 9.1 Millionen Franken, hauptsächlich wegen rückläufigem Umsatz mit Festnetztelefonie und geringeren Erträgen aus Roamingdiensten.

Ebenfalls stabil zeigt sich das konsolidierte Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) von Swisscom bei 4.3 Millionen Franken. Im Schweizer Kerngeschäft ergibt sich ein Rückgang um 2,4 Prozent, gemäss Communiqué "bedingt durch den Rückgang der Festnetztelefonieanschlüsse, Preisdruck, die vermehrte Inkludierung von Roaming in die Grundgebühr sowie abflachendes Teilnehmerwachstum in einem gesättigten Markt." Der Reingewinn sank um 2,2 Prozent auf 1.568 Millionen Franken.

Bis Ende 2021 auch abgelegene Orte mit Ultrabreitband

Insgesamt hat Swisscom per Ende 2017 rund 3,9 Millionen Wohnungen und Geschäfte mit Ultrabreitband (mehr als 50 Mbit/s) erschlossen, davon rund 2,5 Millionen mit mehr als 100 Mbit/s. Bis Ende 2021 will Swisscom alle Schweizer Gemeinden mit Glasfasertechnologien erschliessen. So erhalten auch abgelegene Ortschaften Zugang zum Ultrabreitband. Die Digitalisierung des Festnetzes (All IP-Technologie) verläuft gemäss Swisscom plangemäss. So profitieren heute bereits über 2 Millionen Kunden von HD-Sprachqualität, persönlichen Sperrlisten, Namensanzeige und automatischem Filter zur Sperrung unerwünschter Werbeanrufe. Seit Anfang 2018 erfolgt in grösseren Regionen der Schweiz die vollständige Umstellung der Kundenanschlüsse auf IP.

Mobilfunk 5G ab 2020

Im
Mobilfunk profitieren mehr als 99 Prozent aller Swisscom Kunden vom modernen 4G/LTE-Netz. Mittlerweile deckt Swisscom bereits 80 Prozent der Schweizer Bevölkerung mit LTE advanced mit Geschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit/s ab, 60 Prozent der Bevölkerung erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 450 Mbit/s. 2017 hat Swisscom die Surfgeschwindigkeiten auf bis zu 1 Gbit/s erhöht und schafft so zusätzliche Kapazitäten. Bereits elf Schweizer Städte profitieren punktuell davon. Ab 2020 wird Swisscom ihr Mobilfunknetz um 5G ergänzen.

1,3 Millionen mehr Bündelabos, 320.000 Telefonanschlüsse weniger

TV- und Breitbandanschlüsse erfreuen sich weiter wachsender Beliebtheit. Die neuen Angebote mit dem Namen inOne erfreuen sich einer grossen Beliebtheit, bis Ende 2017 konnte Swisscom über 1,3 Millionen Kunden dafür gewinnen. Ende 2017 nutzten insgesamt rund 1,91 Millionen Kunden ein Bündelangebot, was einem Anstieg im Jahresvergleich um 235.000 oder 14,1 Prozent entspricht. Der Umsatz mit Bündelverträgen stieg um 335 Millionen oder 13,4 Prozent auf 2.837 Millionen Franken.

Die Nachfrage nach reiner Festnetztelefonie nimmt gemäss Swisscom ab und viele Kunden verzichten im Rahmen von Angebotsoptimierungen auf ihren Anschluss, entsprechend sank die Zahl der Festnetz-Telefonanschlüsse innert Jahresfrist um 320.000 Anschlüsse auf rund 2,0 Millionen.

49.000 weitere SwisscomTV-Abos

Die Zahl der Festnetz-Breitbandanschlüsse stieg im Vorjahresvergleich um 22.000 oder 1,1 Prozent auf rund 2,0 Millionen. Starker Treiber dafür sei SwisscomTV: Mit einem Marktanteil von 33 Prozent (Vorjahr: 32%) ist es gemäss Communiqué "das beliebteste digitale Fernsehangebot der Schweiz". Die Zahl der SwisscomTV-Anschlüsse stieg "trotz harter Konkurrenz mit Kabelnetzbetreibern" innert Jahresfrist um 49.000 oder 3,5 Prozent auf 1,47 Millionen.

Happiger Stellenabbau

Im Februar 2016 kündigte Swisscom an, die jährliche Kostenbasis in der Schweiz bis 2020 um rund 60 Millionen Franken pro Jahr zu senken. Angesichts des anhaltenden Marktdrucks im Kerngeschäft erhöht Swisscom dieses Ziel für 2018 bis 2020 auf 100 Millionen Franken pro Jahr. Die Kosteneinsparungen realisiert Swisscom weiterhin hauptsächlich über Vereinfachungen der Arbeitsabläufe und über eine Reduktion des Stellenangebots in rückläufigen Geschäftsbereichen. Neue Stellen sollen im Gegenzug in Wachstumsbereichen wie beispielsweise Cloud und Security geschaffen werden.

So rechnet Swisscom für Ende 2018 mit einem Angebot von rund 17.000 Vollzeitstellen in der Schweiz, dies entspricht rund 700 Stellen weniger als Ende 2017. Darin enthalten ist, wie bereits bekannt, die Reduktion im Personalbestand bei Billag um rund 100 Stellen. Schon im 2017 war der Stellenbestand gegenüber 2016 rückläufig: Ende 2017 bot Swisscom in der Schweiz 17.688 Vollzeitstellen an, 684 weniger als im Vorjahr. pd/knö

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