Swiss Media Forum 2016 CEO-Runde: „Die Schweiz ist noch kein Top-Standort für Startups“

Freitag, 23. September 2016
Marcel Stalder (CEO Ernst & Young AG) , Susanne Ruoff (Konzernleiterin Die Schweizerische Post) , Susanne Wille (Moderatorin SFR) , Urs Schaeppi (CEO Swisscom AG) , Philipp Gmür (CEO Helvetia Versicherungen)
Marcel Stalder (CEO Ernst & Young AG) , Susanne Ruoff (Konzernleiterin Die Schweizerische Post) , Susanne Wille (Moderatorin SFR) , Urs Schaeppi (CEO Swisscom AG) , Philipp Gmür (CEO Helvetia Versicherungen)
© Swiss Media Forum

Vier CEOs von Helvetia, Swisscom, Post und Ernst & Young diskutierten am ersten Tag des Swiss Media Forums über die Digitalisierung. Gefordert wurde insbesondere eine stärkere Kultur des Scheiterns. Und den frühen Einbezug junger Mitarbeiter.

EY-CEO Marcel Stalder: "Kein Top Standort für Digitalisierung"
EY-CEO Marcel Stalder: "Kein Top Standort für Digitalisierung" (© Swiss Media Forum)
Marcel Stalder, CEO Ernst & Young und Vorstandmitglied von Digital Switzerland, sagte eingangs in einem kurzen Referat, die Schweiz habe dank guter Ausbildung und solider Infrastruktur an sich eine „hervorragende Ausgangslage“, um punkto Digitalisierung an der Spitze mitzuwirken. Allerdings gäbe es auch Kräfte, die dem entgegenwirken. Konkret nannte er die hohen Lebenskosten, die Bemühungen, die Einwanderung zu beschränken und damit auch den Zuzug von „genialen Geistern“ zu behindern, die für Startups dringend notwendig seien. Weiter erwähnte er Probleme im Bereich der Steuerpolitik (insbesondere Vermögensteuern) und eine mangelnde Kultur des Scheiterns. Wer scheitere, werde immer noch eher mit Häme versehen als mit Lob, zumindest einen Versuch gemacht zu haben. Sein Fazit: „Die Schweiz ist kein Top-Standort für Gründer und Investoren, trotz hervorragender Ausgangslage.“ Doch Digital Switzerland, das Ringier-CEO Marc Walder vor Kurzem noch als Digital Zurich initiiert hatte, setze sich dafür ein, dies zu ändern.
Susanne Ruoff, Konzernleiterin Schweizerische Post: "Digitalisierung heisst Ausbildung"
Susanne Ruoff, Konzernleiterin Schweizerische Post: "Digitalisierung heisst Ausbildung" (© Swiss Media Forum)
In der CEO-Runde, an der neben Stalder auch Susanne Ruoff (Die Post), Urs Schaeppi (Swisscom) und Philipp Gmür (Helvetia) teilnahmen, ging es dann vor allem um die Frage, wie sich die einzelnen Unternehmen auf die Digitalisierung einstellen. Susanne Ruoff sagte dazu, die Post suche immer neue Wege, ihr Kerngeschäft auszubauen – sei es mit selbstfahrenden Postautos, Drohnen oder Paketrobotern. „Aber immer geht es um unser Kerngeschäft – den Transport von Geld, Waren, Post und Menschen.“ Und noch etwas betonte sie: Bei der Digitalisierung sei es nicht damit getan, jeweils neue Geräte anzuschaffen. „Zwei Drittel unserer Investitionen stecken wir in die Ausbildung unserer Mitarbeitenden, insbesondere  jener an der Front, die Briefträger und Chauffeure.“

Helvetia-CEO Philipp Gmür: "Wenn eine Idee von zehn fliegt, ist das gut"
Helvetia-CEO Philipp Gmür: "Wenn eine Idee von zehn fliegt, ist das gut" (© Swiss Media Forum)
Philipp Gmür seinerseits legt in seinem Unternehmen Gewicht auf eine funktionierende „Failing-Kultur“. „Eines müssen wir lernen: Wenn wir von zehn Ideen, die wir ausprobieren, eine zum Fliegen bringen, ist das gut.“

Swisscom-CEO Urs Schaeppi: "Nachwuchs schneller fördern"
Swisscom-CEO Urs Schaeppi: "Nachwuchs schneller fördern" (© Swiss Media Forum)
Urs Schaeppi berichtete, dass er nicht zuletzt die Lehrlinge von Anfang involviere  sei es als Leiter von Lehrlings-Postfilialen, sei es da und dort gar als Projektleiter. „Wir müssen schneller junge Leute und auch Querköpfe in wichtige Funktionen bringen“, sagte er. Und er empfahl generell, dass Manager nicht nur ins Silicon Valley pilgern, sondern auch nach China und Afrika. „Denn dort starten sie auf der grünen Wiese, ohne allzu grosse Infrastruktur.“ Nicht zuletzt deswegen blühe dort das Mobile Payment. knö

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