Schlechte PR für Schweizer Armee Flugzeug der PC7-Show-Staffel reisst TV-Kamera über Ski-WM-Zielraum herunter

Freitag, 17. Februar 2017
Der Moment, als die PC7-Flugzeuge der Schweizer Armee nur knapp über das WM-Publikum flogen. Eines der Flugzeuge flog offenbar zu tief und touchierte das Seilbahnkamera.
Der Moment, als die PC7-Flugzeuge der Schweizer Armee nur knapp über das WM-Publikum flogen. Eines der Flugzeuge flog offenbar zu tief und touchierte das Seilbahnkamera.
© Screenshot srf.

Es ist nun schon der dritte Flieger-Unfall der Schweizer Flugwaffe vor internationalem Publikum – innert weniger als einem Jahr: Ein Flugzeug der PC-7-Staffel hat an der Ski-WM in St. Moritz ein Seil der Seilbahnkamera touchiert, worauf das Gerät in den Zielraum stürzte. Verletzt wurde niemand. Das Flugzeug konnte auf dem Ausgangsflughafen Samedan landen.

Die Stellungnahme der SRG zum "Zwischenfall mit der Seilbahnkamera"

Nach dem Unfall mit der Seilbahnkamera versandte auch die SRG eine Stellungnahme – mit ein paar interessanten Details. Die fahrbare Seilbahnkamera war eine von 38 Kameras, die bei der Übertragung der Ski-WM im Einsatz war. Sie hing frei über dem unteren Teil der Piste und dem Zielraum und erstreckte sich über rund einen Kilometer. Sie ist an zwei Trag- und einem Zugseil befestigt. Beim Unfall wurde das Zugseil durchtrennt, weshalb ein Teil des Geräts – die Kamera – in den Zielraum fiel. Bei den letzten beiden WM-Rennen kam die Seilbahnkamera nicht mehr zum .

Die SRG weist explizit darauf hin, dass die Seilbahnamera "bei allen bisherigen Rennen der Ski-WM in St. Moritz" zum Einsatz gekommen war und sich zudem "seit Beginn der Produktion an derselben Stelle und in derselben Höhe" befunden hat. "Sowohl die Spannung als auch die Höhe sämtlicher Seile wurde täglich vor den Rennen überprüft." Der Sachschaden betrage mindestens 250.000 Franken. "Wessen Versicherung den finanziellen Schaden übernimmt, hängt vom Ergebnis der laufenden Untersuchung ab."

Die SRG unterstützt die Behörden bei der Untersuchung und erteilt deshalb keine weiteren Auskünfte, heisst es weiter. Roland Mägerle, Leiter der Business Unit Sport SRG, bedauerte "den Zwischenfall" im Namen der SRGi sehr. "Ich bin allerdings sehr froh und glücklich über den Umstand, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind", liess er verlauten.
Die Schweizer Armee fliegt während den Pausen an der Ski-WM in St.Moritz regelmässig Kunstflüge und Formationen, um das Publikum zu unterhalten. So auch heute um die Mittagszeit. Wie verschiedene Medien berichteten, touchierte das Tragseil einer fahrbaren Kamera, die an Seilen über dem Zielraum hängt. Die gegen 20 Kilo schwere Kamera fiel herunter, mitten in den Zielraum, 15 Meter von einem österreichischen Kamermann und 25 Meter vom Publikum entfernt. Verletzt wurde niemand. Das Seil fiel ebenfalls herunter – auf das Seil der Seilbahn, die die Athleten zum Startpunkt hinauffährt. Aus Sicherheitsgründen wurde die Seilbahn eingestellt. Einige Skifahrer mussten bis zu 30 Minuten ausharren. Das PC-7-Flugzeug konnte selbstständig in Samedan landen. Die Polizei wie die Militärbehörden haben die Untersuchungen zu diesem Vorfall aufgenommen. die Armee hat nun weitere Flüge abgesagt.

Korrigendum und Ergänzung

Der Artikel enthält leider einige Ungenauigkeiten: Der Unfall mit der Seilbahnkamera ereignete sich nicht während einer eigentlichen Flugshow der PC-7-Staffel, sondern bei einem Trainingsflug. Exakt derselbe Trainingsflug war zudem schon am Tag zuvor, also am Donnerstag, 16.2., geflogen worden, wie die Kantonspolizei Graubünden an einer Pressekonferenz mitteilte. Anders als in der Bildlegende ursprünglich erwähnt, handelte sich zudem nicht um vier, sondern um insgesamt neun PC-7-Flugzeuge. Auch wurde nicht das Tragseil der Seilbahnkamera touchiert, sondern das Zugseil durchtrennt. Dieses fiel dann auf die Seilbahn. Und der vierte Flugunfall der Schweizer Armee innert der letzten neun Monaten ereignete sich nicht im September 2016, sondern am 31. August 2016.
Videos zur Beinah-Katastrophe finden sich u.a. auf 20 Minuten, NZZ und Tages-Anzeiger. Dies ist nun schon der dritte Unfall der Schweizer Flugwaffe vor internationalem Publikum – innert neun Monate. Ende September 2016 stürzte ein Transporthelikopter des Typs Super-Puma auf dem Gotthardpass ab, kurz nachdem er französische OSZE-Inspektoren und Schweizer Armeeangehörige abgesetzt hatte. Der Unfall forderte zwei Tote.

Nur knapp vier Monate zuvor, im Juni 2016, hatten sich bei einem Training für eine Flugshow in Holland zwei Tiger F-5 der Patrouille Suisse touchiert. Der eine Flieger konnte landen, der andere stürzte in einen Sumpf ab. Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten.

Ein vierter Unfall – ohne Publikum, geschah ebenfalls im Septemer 2016, als ein F/A-18 wegen falschen Höheangaben durch die Flugsicherung beim Sustenpass an einem Berg zerschellte. Der Pilot starb. knö


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