SRG Nach der "No Billag"-Abstimmung ein Sparprogramm über 100 Million Franken

Montag, 05. März 2018
Die neue SRG-Fügrungscrew unter Gilles Marchand, Ladina Heimgartner und Jean-Michel Cina will in den nächsten fünf Jahren 100 Millionen Franken einsparen.
Die neue SRG-Fügrungscrew unter Gilles Marchand, Ladina Heimgartner und Jean-Michel Cina will in den nächsten fünf Jahren 100 Millionen Franken einsparen.
© knö.

Nach Vorliegen der deutlichen Ablehnung von "No Billag" kündigte Gilles Marchand, Generaldirektor der SRG, sogleich drei Reformpakete an.

Das erste Paket umfasst die finanzielle Dimension: Die SRG wird aufgrund der Gebührensenkung und wegen der vom Bundesrat vorgenommenen Plafonierung der Einnahmen sowie infolge der stetig sinkenden Werbeerlöse einen Effizienzsteigerungs- und Reinvestitionsplan in der Höhe von 100 Millionen Franken umsetzen. Sie wird bei der Infrastruktur, in der Verwaltung, in der Technik, bei den Immobilien, bei den Produktionsprozessen und in der Distribution sparen und effizienter werden. Dieser Plan erlaubt es der SRG, sowohl die Kosten zu senken als auch gleichzeitig drei Prioritäten in ihren Tätigkeitsfeldern zu setzen. So sollen künftig 50 Prozent der Gebühreneinnahmen für die Information aufgewendet werden. Zudem wird sie noch mehr Swissness bei der Kulturproduktion - insbesondere im Bereich Film und Serien - fördern. Und um sich den gesellschaftlichen Entwicklungen anzupassen will sie ihr digitales Angebot weiter verbessern. Sie will unter anderem eine mehrsprachige Plattform bauen, die es erlaubt, dem Publikum möglichst alle SRG-Produktionen aus allen Sprachregionen mit entsprechender Übersetzung zugänglich zu machen.

Verzicht auf Unterbrecherwerbung

Um sich künftig noch stärker von TV-Angeboten privater Stationen zu unterscheiden, verzichtet die SRG künftig darauf, die abendlichen Spielfilme durch Werbung zu unterbrechen. Zudem verzichtet sie auf den Info-Online-Websites von SRF, RTS und RSI auf Texte, die keine Verbindung zu einem publizierten Audio oder Video habenIm kommerziellen Bereich respektiert die SRG, dass ihr Onlinewerbung auf absehbare Zeit untersagt bleibt. Die SRG verzichtet darauf, regionale zielgruppenspezifische Werbung anzubieten, selbst wenn dies dereinst regulatorisch möglich würde. Dies, um die Konkurrenz zu regionalen Medien nicht zu verschärfen. Im Hinblick auf die Vermarktungsfirma Admeira bleibt die SRG offen für neue, konstruktive Lösungen. So ist sie bereit, die Aufnahme neuer Aktionariatspartner zu unterstützen. (Von einem Austritt aus Admeira ist aber keine Rede – Anmerkung der Redaktion.Darüber hinaus stellt die SRG den privaten Schweizer Medienanbietern ihre Archivinhalte zur Verfügung. Die Modalitäten dazu orientieren sich am bereits etablierten Shared-Content-Modell, bei dem private Medienhäuser die Möglichkeit haben, Newsvideos der SRG kostenlos zu übernehmen. Die SRG erklärt sich zudem bereit, gemeinsam mit anderen Schweizer Radiostationen einen nationalen Radio-Player aufzubauen. Zudem zeigt sich die SRG offen für Kooperationen bezüglich des Betriebs der Musiksender Swiss Pop, Swiss Jazz und Swiss Classic. Und um die SDA in der derzeitigen schwierigen Transformationsphase zu unterstützen, wird die SRG ihren Vertrag mit der SDA zu den aktuellen Bedingungen bis 2019 verlängern.

Veränderungsprozess läuft über die kommenden fünf Jahre

Gemäss SRG-Verwaltungsratspräsident 
Jean-Michel Cina sollen nun alle Unternehmenseinheiten der SRG ihre Arbeit in der nächsten Zeit auf die aufgeführten Prioritäten fokussieren. Der Effizienzsteigerungs- und Reinvestitionsplan werde im Verlauf des Sommers 2018 in detaillierter Form präsentiert. Die Umsetzung starte im 2019 und ziehe sich über die nächsten fünf Jahre. Gilles Marchand ergänzte: "Dieser 4. März geht als Wendepunkt in die Geschichte der SRG ein. Wir freuen uns über das Resultat. Uns ist aber durchaus bewusst, dass es eine Verpflichtung darstellt. Eine Verpflichtung, uns noch intensiver mit unseren Anspruchsgruppen auszutauschen und uns zu verändern. Wir nehmen sie gerne an - wobei unsere Richtschnur die Gesellschaft bleibt, die Bürgerinnen und Bürger und die Schweiz.»

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