SRG Marchand präsentiert sein Programm / Neue stellvertretende Generaldirektorin

Freitag, 06. Oktober 2017
Gilles Marchand, ehemals Direktor Radio Télévision Suisse - jetzt Generaldirektor der SRG.
Gilles Marchand, ehemals Direktor Radio Télévision Suisse - jetzt Generaldirektor der SRG.
© © SRG SSR / Marcel Grubenmann

Gilles Marchand, 54, neuer Generaldirektor der SRG, hat den Medien in Bern am heutigen Freitag seine geplanten Prioritäten als neuer SRG-Generaldirektor präsentiert. Der vormalige Direktor von Radio Télévision Suisse (RTS) hat insbesondere seine Bereitschaft zu einem konstruktiven und offenen Dialog mit den weiteren Marktteilnehmern und mit dem Publikum unterstrichen und ist sich gleichzeitig der grossen Herausforderungen seiner neuen Funktion bewusst. Marchand präsentierte zudem fünf konkrete Kooperationsprojekte und eine neue stellvertetende Generaldirektorin.

"Ich bin mir der Aufgaben, die uns in dieser Medienlandschaft im Umbruch bevorstehen, sehr bewusst. . Ich werde alles daransetzen, sie gemeinsam mit allen Teams und in allen Regionen zu meistern. Zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen in den Regionen und in Bern werde ich mich für die Zukunft des medialen Service public voll engagieren, denn ich bin überzeugt von dessen Bedeutung für unser Land", so Marchand.

Das neu formierte Führungsteam: Jean-Michel Cina, Ladina Heimgartner, Gilles Marchand und Bakel Walden (v.l.)
Das neu formierte Führungsteam: Jean-Michel Cina, Ladina Heimgartner, Gilles Marchand und Bakel Walden (v.l.) (© SRG)
Die fünf Kooperationsprojekte sollen die Zusammenarbeit mit den privaten Medienhäusern fördern, deren Situation laut Marchand "angesichts der rasend schnellen Digitalisierung schwierig geworden sei, insbesondere im Printbereich."

Die SRG sei heute mit grossen Herausforderungen konfrontiert, erklärte Jean-Michel Cina, seit 1. Mai 2017 neuer Präsident der SRG. Beispielsweise die für die SRG 2018 bevorstehende, existentielle Abstimmung über die No-Billag-Initiative, die ausstehende Festlegung der neuen Gebührenhöhe durch den Bundesrat, die Übergangskonzession und das geplante neue elektronische Mediengesetz.

Auf Marchands Agenda steht, dass die SRG weiterhin hervorragende Programme in allen vier Landessprachen bieten, die Unabhängigkeit und Professionalität der Redaktionen sichern, den digitalen Wandel innerhalb der SRG weiter vorantreiben, den Kontakt zum jungen Publikum halten und weiterhin in die Kultur investieren  soll. Dazu brauche es auch eine enge Zusammenarbeit von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung. Der Verwaltungsrat teile die Prioritäten des neuen Generaldirektors, sagt SRG-Präsident Jean-Michel Cina vor den Medien in Bern:  "Um seine Rolle als strategisches Führungsgremium des Unternehmens zu stärken und um die Geschäftsleitung  optimal begleiten zu können, hat der Verwaltungsrat beschlossen, einen Ausschuss für die digitale Transformation der SRG zu bilden", kündigt er an. Ausserdem werde die SRG per 1. Januar 2018 die Empfehlungen des Bundesrates zur Festlegung der Vergütungen von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung (Initiative Minder) umsetzen. Dies vorbehältlich der Zustimmung durch die Delegiertenversammlung am 24. November. "Wir möchten damit ein Zeichen setzen», so Cina. «Das bedeutet, dass die Gesamtvergütung des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung neu von der Delegiertenversammlung verabschiedet werden wird", so Cina.

Neuer Generaldirektor

Gilles Marchand, 54, war ab 2010 Direktor von „Radio Télévision Suisse“ (RTS). Davor war er 10 Jahre lang Direktor von „Télévision Suisse Romande“ (TSR), dem Westschweizer Fernsehen. Ausserdem war er Geschäftsleitungsmitglied der SRG und Stellvertreter des vormaligen SRG-Generaldirektors Roger de Weck. Seit vielen Jahren vertritt er die SRG bei der Europäischen Rundfunkunion EBU (European Broadcasting Union) sowie als Verwaltungsratsmitglied auch beim internationalen französischsprachigen Fernsehsender TV5 Monde. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.
Zur neuen stellvertretenden Generaldirektorin wird Ladina Heimgartner, 37, berufen, seit zehn Jahren bei der SRG tätig und seit 2014 Direktorin von RTR, Radiotelevisiun Svizra Rumantscha. Heimgartner übernimmt auf Konzernebene neben der Stellvertretung des Generaldirektors die Verantwortung für den Themenbereich 'Medien und Gesellschaft'.
Stellvertretende SRG-Generaldirektorin Ladina Heimgartner
Stellvertretende SRG-Generaldirektorin Ladina Heimgartner (© SRG)
"Ladina Heimgartner ist eine geschätzte Kollegin in der Geschäftsleitung, Ich freue mich, dass sie die Verantwortung für diesen wichtigen Themenbereich und das Projekt 'Contribution to society', dem kulturellen, medialen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Beitrag der SRG, übernehmen wird", kommentiert Marchand die Ernennung. „Ich freue mich darauf, künftig noch stärker für die öffentlichen Medien in allen vier Sprachregionen einzutreten. Unser Ziel als SRG muss sein, den Auftrag, der uns die Gesellschaft anvertraut, so gut wie möglich zu erfüllen. Das bedeutet in der heutigen Zeit auch, dass wir offener und dynamischer werden, den Dialog mit der Gesellschaft verstärkt suchen und aufmerksam zuhören“, sagt  Ladina Heimgartner.

Neue stellvertretende Generaldirektorin

Ladina Heimgartner, 37, aus Scuol ist dieses Jahr genau 10 Jahre bei der SRG. Zuvor war sie im Print tätig, als Leiterin der Kulturredaktion des „Bündner Tagblatt“. Bei der SRG begann sie als Radioredaktorin bei RTR Radiotelevisiun Svizra Rumantscha. Es folgte die Leitung des Ressorts „Hintergrund“ und die Ernennung zur stellvertretenden Chefredaktorin. Im Anschluss war sie einige Jahre in der Generaldirektion in Bern im Einsatz. Seit 2014 ist Heimgartner Direktorin von Radiotelevisiun Svizra Rumantscha und damit auch Mitglied der Geschäftsleitung SRG. Als solches war und ist sie unter anderem auch für die Betreuung des Themas „Service public“ zuständig.


Bakel Walden, 42, übernimmt in der neu geschaffenen Position als Direktor Entwicklung und Angebot die Leitung der neu formierten, gleichnamigen Direktion in der Themen wie Programmkoordination, digitale Transformation, Markt- und Publikumsforschung sowie internationaler Austausch innerhalb der Generaldirektion gebündelt werden. Walden war seit 2012 Bereichsleiter Programmstrategie bei SRF. „Bakel Walden verfügt über einen breiten, insbesondere auch internationalen Leistungsausweis. Ich freue mich sehr, dass er zur Generaldirektion und zur Geschäftsleitung stösst“, erklärte Marchand.

Neuer Direktor Entwicklung und Angebot

Bakel Walden, 42,ist seit Mai 2012 als Bereichsleiter Programmstrategie SRF zuständig für Fragen der Programmnutzung, der Positionierung und Gestaltung des Angebots sowie der Performance der einzelnen Vektoren und Inhalte. Davor war er als Leiter Programmplanung und -entwicklung für die griechische Tochtergesellschaft Alpha TV (2009-2012) zuständig sowie bei der RTL Group unter anderem im Strategieteam der Luxemburger Zentrale (2006-2008) tätig.
„Die SRG muss alle ansprechen, in allen Regionen und in allen Landessprachen - im Fernsehen, am Radio und auf den digitalen Plattformen. Ich werde alle Bestrebungen, die die SRG in diesem Bereich unternimmt, koordinieren und unterstützen. Ich freue mich sehr auf die spannende Aufgabe und die Zusammenarbeit mit Gilles Marchand und den Kolleginnen und Kollegen in den Regionen“, kommentiert Walden seine neue Aufgabe. ems



Die fünf Koopersationsprojekte: 

1. Die SRG bietet privaten Medienhäusern per sofort und gratis Videobeiträge im Bereich News an ('Free Shared Content').

2. Interessierte Privatradios können die stündlichen SRG-Radionachrichten unkompliziert übernehmen. Eine entsprechende Vereinbarung mit UNIKOM, der Union nicht kommerzorientierter Lokalradios, wurde am 6. Oktober 2017 in Bern unterzeichnet.

3. Falls es ein Bedürfnis der Branche ist, ist die SRG bereit, ihre Technologie für den Betrieb eines White-Label-Players für Schweizer Akteure zur Verfügung zu stellen. 

4. Die SRG fördert zusätzliche Kooperationen im Bereich

Medien-Innovation mit interessierten Hochschulen, Universitäten und möglichst auch mit privaten Medienhäusern.

5. Die SRG wird sich im Bereich der Onlinemessung engagieren und zu

einer Branchenlösung zwischen Verlegern, Radio- und TV-Anbietern beitragen.

 

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