SRF Was Radio und Fernsehen 2017 programmlich im Schild führen

Dienstag, 24. Januar 2017
Tom Schmidlin und Nik Hartmann im Gespräch mit SRF-Direktor Ruedi Matter
Tom Schmidlin und Nik Hartmann im Gespräch mit SRF-Direktor Ruedi Matter
© zvg.

Heute hat SRF seine Programm-Höhepunkte für 2017 präsentiert. Unter der Marke "SRF He!matland" setzte SRF einen Schwerpunkt mit mehrteiligen Gesellschaftsformaten um Gesellschaft, Migration und Integration. Nach dem "Bestatter" ist zudem eine weitere Krimiserie mit einer Frau in der Hauptrolle geplant, allerdings erst ab 2018.

"SRF He!matland" heisst es ab April jeweils donnerstags um 21 Uhr auf SRF 1. Aktuelle, gesellschaftlich relevante und kontroverse Geschichten aus der Schweiz stehen im Zentrum von neuen, drei- bis fünfteiligen Sendereihen. Den Auftakt macht "Vier zum Volk": Im vierteiligen Reality-Format leben und arbeiten bekannte Politikerinnen und Politiker für einige Tage in einem Umfeld, das ihrer politischen Haltung teilweise widerspricht. Im Mai folgt "Die Pendler", eine Doku-Serie über den Alltag von Pendlerinnen und Pendlern in der Schweiz. Gesicht von "SRF He!matland" ist Mona Vetsch, die in unterschiedlichen Formaten als Reporterin unterwegs ist, erstmals im Herbst 2017.

Neu sind auf SRF 1 donnerstags sechsmal jährlich ab 20.05 Uhr lange "DOK"-Filme sowie zweimal pro Jahr eine 90-minütige Ausgabe von "Einstein" im Programm. Am 4. Mai kann das Publikum im Wissenschaftsmagazin hinter die Kulissen der boomenden Kreuzfahrt-Industrie sehen.

SRF gibt Migranten vermehrt das Wort
SRF-Direktor Ruedi Matter im Gespräch mit Edith Gillmann und Karen Ballmer
SRF-Direktor Ruedi Matter im Gespräch mit Edith Gillmann und Karen Ballmer (© zvg.)

Einen Schwerpunkt setzt SRF 2017 auch auf Sendungen rund um Migration und Integration. Menschen mit Migrationshintergrund sollen im Programm von SRF eine noch aktivere Rolle erhalten und stärker selbst zu Wort kommen. Ab 17. Februar ist bei SRF 1 das sechsteilige Reality-Format "Meine fremde Heimat" im Programm. Darin reisen Schweizerinnen und Schweizer mit Migrationshintergrund zum ersten Mal überhaupt oder seit Längerem wieder in ihr Herkunftsland: Sie werden mit einer seltsam vertrauten und doch fremden Welt konfrontiert. Auf Radio SRF 1 gibt es im Frühling und im Herbst einen "Blickwechsel" von Schweizer Berufsleuten unterschiedlicher Herkunft: Mitte Mai tauschen die Betreiber einer traditionellen Schweizer Beiz und die eines Restaurants mit exotischer Küche für drei Tage den Arbeitsplatz. Im fremden Betrieb werden die Wirte nicht nur mit unbekannten Zutaten, sondern auch mit anderen Mentalitäten konfrontiert.

Die innenpolitisch wichtigsten Themen stehen ab März im Fokus von "Rundschau Spezial". Viermal pro Jahr interviewen Susanne Wille und Sandro Brotz ein Bundesratsmitglied oder einen anderen Spitzenpolitiker über das dominierende Thema der laufenden Session. Ergänzt wird die Sendung durch Hintergrundbeiträge zum jeweiligen Thema. "Rundschau Spezial" ist einmal pro Session am Mittwoch um 20.55 Uhr auf SRF 1 im Programm, die Sendung ersetzt die bisherige "Classe politique".

500 Jahre Reformation und 10 Jahre "SRF bi de Lüt"

Seit zehn Jahren ist das Motto "SRF bi de Lüt" Programm: In bisher über 20 verschiedenen Formaten erzählen die Macherinnen und Macher am Freitagabend zur besten Sendezeit Geschichten von Menschen wie Du und ich in Schweizer Städten und Dörfern. Natürlich wird die Sendung auch 2017 weitergeführt. Zum Jubiläum gibt es ein Wiedersehen mit den schönsten Geschichten: Nik Hartmann lässt am 16. Dezember auf SRF 1 in einer grossen Samstagabendsendung die Highlights aus zehn Jahren "SRF bi de Lüt" Revue passieren.

Schauplatz des Sommerspecials von "Schweiz aktuell" ist ein Bauernhof im Jahr 1517, dem Sommer vor dem Beginn der Reformation. Im Zentrum von "Leben wie vor 500 Jahren – Im Schatten der Burg" steht eine Familie von heute, die unter authentischen Bedingungen einen Bauernhof von damals führt. Das Publikum kann über den Fortgang der Geschichte mitbestimmen. Regelmässig erhält die Familie Aufgaben, die damals im entbehrungsreichen bäuerlichen Leben zum Alltag gehörten. Zusätzlich wird sich auch eine Gruppe Pilger mit "Nachtclub"-Moderator auf den Weg machen, um auf alten Routen dem Jakobsweg entlang zu pilgern.  Ende Oktober schliesslich steht der Kulturschwerpunkt unter dem Motto "Die Stunde der Wahrheit – 500 Jahre Reformation".
Urs Fitze, Bereichsleiter Fiktion, im Gespräch mit SRF-Direktor Ruedi Matter.
Urs Fitze, Bereichsleiter Fiktion, im Gespräch mit SRF-Direktor Ruedi Matter. (© zvg.)
Der Bestatter", "Private Banking" und "Wilder"#/ZT#"Der Bestatter" gibt es auch dieses Jahr im Programm von SRF – ob dies aber auch nächstes Jahr noch der Fall ist, ist zumindest offen. Zwar würden derzeit weitere Folgen geschrieben, sagte SRF-Direktor Ruedi Matter, doch ob sie auch produziert würden, werde erst später entschieden.

Klar ist hingegen, dass SRF weitere Serien und Eventfilme mit typisch schweizerischen Geschichten produziert, etwa die neue Krimiserie "Wilder". Im Zentrum von "Wilder" steht die Polizistin Rosa Wilder, die in ihren Heimatort in den Bergen zurückkehrt. Als kurz vor Baubeginn für ein Ferienresort die Tochter des arabischen Investors verschwindet, beginnt Rosa Wilder zu ermitteln. Die sechs Folgen sind allerdings erst Anfang 2018 im Programm. Vorher, nämlich im Dezember 2017, zeigt SRF den Zweiteiler "Private Banking" von Bettina Oberli ("Die Herbstzeitlosen"). Erzählt wird die Geschichte einer Privatbank, die nach dem Ende des Bankgeheimnisses ums Überleben kämpft. Im Anschluss an den fiktionalen Zweiteiler vertieft die SRF-Wirtschaftsredaktion das Thema mit einer Spezialsendung.

Sendungen um Liebe und Emotionen

Um Liebe und Sex in Langzeitbeziehungen dreht sich schliesslich die Serie "Seitentriebe" aus der Feder von Güzin Kar, die ab Oktober 2017 auf SRF zwei zur Ausstrahlung gelangt. Im Zentrum steht ein Paar, dem die Lust abhandengekommen ist und das nun Hilfe auf der Therapiecouch sucht.

Ein Lied sagt mehr als tausend Worte – unter diesem Motto steht die von Viola Tami moderierte Eventreihe "Ich schänke dir es Lied". In der fünfteiligen Samstagabend-Show überraschen Menschen eine ihnen wichtige Person mit der Live-Performance eines speziellen Liedes: dem Song ihrer gemeinsamen Geschichte. Interpretiert werden die Lieder von verschiedenen nationalen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern. Fest in jeder Sendung dabei sind Anna Rossinelli, Ritschi und Kunz. Am Ende entscheidet das Publikum, welches der berührendste Song aus allen "Ich schänke dir es Lied"-Sendungen war.
Stefano Semeria, Bereichsleiter Junge Zielgruppen
Stefano Semeria, Bereichsleiter Junge Zielgruppen (© zvg.)

Das junge Publikum im Blick – vorwiegend online

Ein besonderes Augenmerk setzt SRF 2017 auf Formate für das junge Publikum: Der neue SRF-Bereich "Junge Zielgruppen" produziert überraschende und innovative Webprojekte für 12- bis 35-Jährige. Gemeinsam mit jungen Talenten will das Team auch den noch neuen Webvideomarkt in der Schweiz professionalisieren und weiter entwickeln. Für 2017 sind über 20 Webformate geplant: "Kreuz und Queer" geht ab Anfang April der Frage nach, wie die junge Schweiz liebt und mit welchen Vorurteilen und Problemen Junge zu kämpfen haben, die in der Liebe nicht den traditionellen Weg wählen. Mit dem "Survival Guide" bietet SRF Teenagern ab Herbst Überlebenshilfe im Chaos der Teenie-Jahre. In drei wöchentlichen YouTube-Formaten gibt es Antworten auf die brennendsten Fragen der 13- bis 19- Jährigen. Einen satirischen Wochenrückblick präsentiert schliesslich Joël von Mutzenbecher ab Frühling auf Facebook. In den "Hells News" wirft der Comedian einen bitterbösen Blick auf die witzigsten, spannendsten und skurrilsten Geschichten, die auf Social Media für Furore gesorgt haben.

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