Roland Ehrler vom SWA zu SPR+ MobNat "Massiv höhere Preise würden wir nicht akzeptieren"

Freitag, 26. August 2016
Roland Ehrler, Direktor des Werbeauftraggeber-Verbands, erwartet von den Plakatanbietern beim Pricing ein "behutsames Vorgehen".
Roland Ehrler, Direktor des Werbeauftraggeber-Verbands, erwartet von den Plakatanbietern beim Pricing ein "behutsames Vorgehen".
Foto: zvg.

Die Aussenwerbung hat seit drei Tagen eine neue Reichweiten-Währung. HORIZONT Swiss fragte Roland Ehrler, Direktor des Schweizerischen Werbeauftraggeber-Verbandes (SWA), wo sie noch Lücken hat und welche Veränderungen er bei den Plakat-Preisen erwartet.

Was bedeutet der Start von SPR+ MobNat für den SWA? Es ist sicherlich ein wichtiger Schritt für die Schweizer Plakatforschung. Der neue Multi Source-Ansatz liefert jetzt präzise Daten, welche es erlauben, eine wesentlich genauere Planung vorzunehmen. Das begrüsst der SWA sehr!

Ein Grossteil der Stellen war nach bisherigem System leistungsmässig deutlich unterbewertet. Welche Konsequenz ziehen Sie daraus? Mit Mobnat haben wir jetzt neue Werte und damit eine neue Währung. Es kann sein, das die bisherigen Preise zu hoch oder zu tief waren, folglich erwarten wir Anpassungen in beide Richtungen. Dabei haben die Werbeauftraggeber natürlich nichts dagegen, wenn damit die Tausendkontaktpreise für Plakate günstiger werden (lacht).

Ich gehe davon aus, dass die bisherigen Preise die Basis bleiben und dass etwas draufgeschlagen wird. Auch ich gehe davon aus, dass die Plakatvermarkter nicht völlig neue Preise kalkulieren werden. Wichtig ist jetzt, dass die neuen Leistungsdaten im Pricing 2017 berücksichtigt werden. Damit werden die Preise und Leistungen im Plakatmarkt transparenter. Was nicht zwingend teurer heissen muss!

Dennoch: 
Was akzeptieren denn die Werbeauftraggeber als maximalen Aufschlag? Ich will hier keine Prozentzahl nennen. Aber massiv höhere Preise würden wir nicht akzeptieren, nur weil nun höhere Leistungen ausgewiesen werden. Die Vermarkter müssen hier behutsam vorgehen, damit die Gattung Out of home attraktiv bleibt. Ich empfehle jedem Werbeauftraggebern, die Preisentwicklungen genau zu verfolgen und sich die Freiheit zu nehmen, einzelne Stellen zu buchen oder allenfalls darauf zu verzichten.

Noch nicht bei SPR+MobNat dabei sind die digitalen Stellen, es fehlt also noch ein Teil. Nachdem nun schon lange gerechnet wurde, müssen wir vorerst damit leben, dass digitale Stellen noch fehlen. Man kann halt nicht alles auf einen Schlag haben. Aber die digitale Aussenwerbung ist zweifellos die nächste Baustelle, an der bereits eine internationale Projektgruppe arbeitet. Ich bin gespannt auf die ersten Ergebnisse.

SPR+ ist für das Programmatic Buying bereit. Was erwarten Sie in dieser Hinsicht von den beiden Anbietern? Programmatic ist in aller Munde – aber nicht alle verstehen das gleiche darunter! Wenn es Programmatic in der Aussenwerbung ermöglicht, effizienter und damit auch rascher sowie günstiger Plakate zu buchen dann freuen wir uns darauf.

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