SDA Der Streik geht in den dritten Tag – der Verwaltungsrat bewegt sich leicht

Donnerstag, 01. Februar 2018
© zvg.

Am zweiten Tag ihres Streiks sind die SDA-Mitarbeitenden in Zürich von diversen Medien-Redaktionen unterstützt worden. Und am Abend entschied das versammelte Personal, den Streik in den dritten Tag zu tragen, bis konkrete Gespräche über die zentralen Forderungen zustande kommen.
Am zweiten Tag ihres Streiks fuhren die SDA-Mitarbeitenden gemeinsam nach Zürich, wo sie von zahlreichen Sympathisanten, auch aus anderen Redaktionen, empfangen und bei ihrem Umzug zum Tamedia-Hauptsitz begleitet wurden. Vor dem Hauptsitz forderten sie den SDA-Verwaltungsratpräsidenten Hans Heinrich Coninx auf, sich mit ihnen und den Gewerkschaften an den Verhandlungstisch zu setzen. Gemäss "Tages-Anzeiger" hat der Verwaltungsrat gestern Nachmittag mit den Streikenden Kontakt aufgenommen. Inhaltlich konnte Redaktionssprecher Sebastian Gänger noch nichts sagen. Doch da offenbar kein konkretes Gesprächsangebot vorliegt, hat das versammelte Personal gestern Abend beschlossen, den Streik fortzuführen. Am Abend wurde dann über die offiziellen SDA-Kanäle eine Meldung des SDA-Verwaltungsrates verbreitet, wonach dieser "noch diese Woche ein erstes Gespräch mit der Redaktionskommission führen" wolle, berichtete der "Tages-Anzeiger" weiter. Gleichzeitig habe aber der Verwaltungsrat die eingeschlagene Strategie bekräftigt.

Die streikenden SDA-Mitarbeitenden zeigten sich von der grossen Solidarität, die sie bei der Ankunft in Zürich erlebt haben, in ihrem Kampf um ihre Arbeitsplätze bestätigt. Das zeige, dass es in diesem Arbeitskampf nicht nur um die Arbeitsplätze gehe, sondern dass die mediale Grundversorgung, die die SDA-Mitarbeitenden in ihrer täglichen Arbeit zur Verfügung stellen, von ihren Berufskollegen geschätzt und anerkannt wird.

Angesichts des schweigenden Verwaltungsrates und der sturen Haltung der Leitung haben die Mitarbeitenden beschlossen, ihren Streik am Donnerstag, 1. Februar, weiterzuführen. Um aufzuzeigen, dass der SDA-Streik ein nationaler Streik ist und alle Sprachregionen der Schweiz betrifft, werden sie am 3. Streiktag ihren Kampf in die Romandie tragen. Auch dort haben sich zahlreiche Redaktionen solidarisiert, weil sie auf die Dienstleistung der SDA in der bisherigen Qualität und im bisherigen Umfang angewiesen sind. Ohne die bisherigen SDA-Leistungen wird in der Romandie ein mediales Schrumpfangebot immer wahrscheinlicher.

Die Forderungen bleiben

Das SDA-Personal ist entschlossen, seine Forderungen durchzusetzen, heisst es in einer Mitteilung. Jedes weitere Schweigen seitens des Verwaltungsrates und der SDA-Leitung bestätige sie in ihrem Kampf um offene und faire Verhandlungen, die so nie geführt worden seien. So seien die Gespräche während des Konsultationsverfahrens nicht auf Augenhöhe geführt worden, da Informationen vorenthalten wurden und in den zentralen Punkten keine Gesprächsbereitschaft seitens der Leitung zu erkennen war. Vielmehr sei versucht worden, mit einem ungenügenden Sozialplan eine "Friss oder stirb"-Taktik durchzusetzen.

Die zentralen Forderungen des Personals sind: Die bereits ausgesprochenen Kündigungen und Änderungskündigungen sind bis zum Vorliegen einer tragfähigen und verantwortungsvollen Zukunfts-Strategie zu sistieren.

Die SDA-Direktion und der Verwaltungsrat sollen auf ernsthafte Verhandlungen mit der Redaktionskommission und ihren gewerkschaftlichen VertreterInnen einsteigen.

Für die betroffenen älteren Mitarbeitenden muss eine Lösung gefunden werden, die sie finanziell nicht in die Misere stürzt.

Für alle Betroffenen ist ein guter Sozialplan auszuhandeln

Gemäss "Tages-Anzeiger" war die SDA gestern auch Thema an der Sitzung des Bundesrates. Der Bundesrat hoffe, dass die Sozialpartner eine Lösung finden, soll Bundesratssprecher André Simonazzi ausgerichtet haben.
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