Ruedi Matter ARD holt sich Beratung aus der Schweiz

Mittwoch, 15. Februar 2017
SRF-Direktor Ruedi Matter:
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Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) empfahl der ARD, sich für ihren Reformprozess Beratung von außen zu holen. Fündig wurde sie in der Schweiz. Den ARD-Umbau begleitet Ruedi Matter, Direktor des deutschsprachigen Schweizer Radio und Fernsehens. Wie die ARD den Umbau angeht und dabei mehrere hundert Millionen Euro einsparen will, erläutert die Vorsitzende Karola Wille im Interview mit HORIZONT.

"Auftrag und Strukturoptimierung" ist das Papier überschrieben, mit dem die ARD der Vorgabe der Ministerpräsidenten nachkommt, gemeinsam mit dem ZDF bis Ende September Reformvorschläge mit konkreten Einsparpotenzialen vorzulegen. An der Umsetzung arbeitet eine Gruppe um den früheren RBB-Justiziar Peter Binder.


Wie die ARD-Vorsitzende Karola Wille im Interview mit der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe 7/2017 von HORIZONT bestätigt, lässt sich die ARD dabei von Ruedi Matter beraten. Matter ist Direktor des deutschsprachigen Schweizer Radio und Fernsehens. Für ihn spreche, dass er den seit Jahren im Nachbarland laufenden Reformprozess kenne, sagt Wille. Zudem wisse er "um die Bedeutung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und hat außerdem früher für McKinsey gearbeitet".

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Im Gespräch mit HORIZONT nennt die ARD-Vorsitzende einige Reformüberlegungen. Unter anderem gehe es "um Strukturprozesse, die auf der Grundlage einer standardisierten  IT-Landschaft optimiert werden sollen, was mehrere Jahre dauern wird". Dazu gehörten Workflow-Standards im SAP-Bereich und die Vereinheitlichung der Archive. Neu sortiert werde auch die Fort- und Weiterbildung. Sie werde zeitnah in der ohnehin bestehenden Medienakademie von ARD und ZDF konzentriert.

Wille sagt: "An all diesen Themen arbeiten wir gerade und berechnen sowohl Einsparpotenziale als auch den Aufwand, den das zunächst einmal mit sich bringt". Welche konkreten Summen eingespart werden könnten lasse sich "valide frühestens Mitte dieses Jahres sagen, wenn wir die entsprechenden Projekte aufgesetzt haben". Ziel sei "der integrierte Medienverbund, in dem Föderalität oberstes Prinzip bleibt, aber die Arbeitsteiligkeit als weiteres Prinzip hinzukommt".
Karola Wille
Bild: MDR/Martin Jehnichen

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Parallel zur Strukturoptimierung läuft der Diskussionsprozess, was überhaupt zum Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gehört: "Die Politik hat klar signalisiert, dass sie unseren Telemedienauftrag angehen will. Das begrüße ich ausdrücklich, denn wir brauchen hier eine zeit- und zukunftsgemäße Beauftragung", sagt Wille. Es gehe um Antworten auf Fragen wie der, was zu tun sei, "um in einer weiter auseinander driftenden Gesellschaft eine offene, demokratische Meinungs- und Willensbildung und Vielfalt, aber auch Gesamtöffentlichkeit zu sichern".

Diese Aufgaben würden zwar auch andere Medien wahrnehmen. Allerdings, sagt Wille: "Privatwirtschaftlich organisierte Medien können der Gesellschaft dienen. Wir müssen es. Das ist der Unterschied. Der solidarisch finanzierte, politisch und wirtschaftlich unabhängige öffentlich-rechtliche Rundfunk ist in dem, was er leistet und wie er das leistet, in dieser Welt unverzichtbar." usi 

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