Ratgeber Wie und wo bei Medien richtig reklamieren

Donnerstag, 15. Juni 2017
Das Cover zur Broschüre "
Das Cover zur Broschüre "
© zvg

Anlässlich des 25-Jahr-Jubiäums der Ombudsstelle der SRG Deutschschweiz erscheint die Broschüre "Die Klagemauern der Schweizer Medien", ein handliches Übersichtswerk über Geschichte und Zweck der Ombudsstellen in drei Sprachen.
Die Beiträge wurden von verschiedensten Medienschaffenden und Ombudsleuten der SRG und privaten Unternehmen erstellt und beleuchten unter anderem, wie unterschiedlich die Beanstandungen sind, welche medienethischen Grundprinzipien den Stellen als Kompass dienen und wozu so eine Ombudsstelle eigentlich gut ist: Durch die Arbeit der Ombudsleute wird das Bewusstsein der Medienschaffenden für die Bedenken der Öffentlichkeit geschärft. Sie spart Verlegern und Chefredaktoren Zeit, weil Beschwerden direkt an die betroffenen Mitarbeitenden weitergeleitet wenden. Schliesslich kann sie die informelle Beilegung einer Streitigkeit erleichtern und so die Beschreitung des Rechtswegs abwenden.

Vor 25 Jahren trat das Radio- und Fernsehgesetz in Kraft, in dem die Aufgaben und Zuständigkeiten der Ombudsstelle erstmals klar umschrieben wurden. Zuvor war 1979 durch Bundesrat Willi Ritschard eine Beschwerdekommission für Radio und Fernsehen eingesetzt worden. Diese Kommission und die spätere Unabhängige Beschwerdeinstanz (UBI) dienten bis 1992 als Anlaufstelle für die Rückmeldungen des Publikums. Die Mediennutzerinnen und -nutzer gelangten mit allen möglichen Anliegen an sie, auch solchen, bei denen ein klärendes Gespräch genügte. Genau darum wurden 1992 die Ombudsstellen eingerichtet, einerseits, um die UBI zu entlasten, anderseits, um dem rein rechtlichen Verfahren ein Schlichtungs- und Beratungsverfahren voranzustellen. Bald danach schufen auch Printmedienhäuser solche Ombudsstellen. Heute gibt es zwölf Medien-Ombudsstellen in der Schweiz.

Roger Blum / Ignaz Staub (Hrsg.) Die Klagemauern der Schweizer Medien, Bern 2017
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