Plakatkonzession Genf Keine aufschiebende Wirkung für die APG

Mittwoch, 21. Dezember 2016
Ab 1. Januar 2017 ist Neo Advertising in Genf mit solchen "Cyclocargos" für Plakatkunden unterwegs. "Wir besorgen die Logistik zu 100 Prozent ökologisch", sagt CEO Christian Vaglio-Giors. "Das war mit ein Grund, weshalb wir den Zuschlag für den Stadtvertrag von Genf erhalten haben."
Ab 1. Januar 2017 ist Neo Advertising in Genf mit solchen "Cyclocargos" für Plakatkunden unterwegs. "Wir besorgen die Logistik zu 100 Prozent ökologisch", sagt CEO Christian Vaglio-Giors. "Das war mit ein Grund, weshalb wir den Zuschlag für den Stadtvertrag von Genf erhalten haben."
© zvg.

Nun bestätigt auch die Stadt Genf: Neo Advertising hat tatsächlich den Stadtvertrag von Genf gewonnen – und kann damit schon am 1. Januar 2017 starten – vorerst für sechs Monate. Die Einsprache der APG erhält somit keine aufschiebende Wirkung.
Nun ist es eindeutig: Neo Advertising hat die Plakatsubmission von Genf gewonnen und kann am 1. Januar mit der Bewirtschaftung der Plakatstellen auf öffentliche Grund starten – für sechs Monate. Das bestätige sowohl die Firma Neo Advertising als auch die Genfer Baudirektion. "Wir haben die Plakatkonzession an Neo Advertising vergeben. Allerdings machte die APG einen Rekurs. Dennoch haben wir Neo Advertising damit für die nächsten sechs Monate beauftragt", schreibt Baudirektor und Bürgermeister Rémy Pagani. Dass sich – anders als in andern Städten – der Vertrag nun nicht automatisch bis zum Ende des Rechsstreites verlängert, hat mit zwei Besonderheiten zu tun, die Pagani nach früheren langwierigen Händeln um Genfer Ausschreibungen (HORIZONT Swiss berichtete) eingeführt hat: Statt der automatischen Verlängerung ist er nach dem geltenden Vertrag mit der APG frei, wen er nach Vertragsende mit dem Weiterbewirtschaften der städtischen Plakatflächen beauftragen will – den bisherigen Partner oder den neuen. Und in diesem Fall habe er sich für den Neuen entschieden, sagte er auf Anfrage. Damit dies aber möglich ist, hat Pagani in einem zweiten Punkt vorgesorgt: Die rund 3500 städtischen Flächen auf öffentlichem Genfer Grund (siehe Kasten) gehören seit einiger Zeit der Stadt Genf – Pagani hatte von der APG verlangt, dass diese der Stadt die Stellen verkauft. "Der Aussenwerbemarkt ist ein schwieriger Markt, aber jetzt reicht es mir", sagte er.

Noch eine Möglichkeit hat sich der Bürgermeister offen gelassen: Sollte der Streit um die Ausschreibung nicht innert sechs Monaten erledigt sein, kann die Stadt die Vermarktung der Plakate gleich selbst übernehmen und dazu eine eigene Vermarktungsfirma gründen. Ob es so weit kommt, zeige sich etwa im März, meinte Pagani.

Bei Neo Advertising reagiert man mit Stolz auf den Auftrag der Stadt: "Mit 1.502 Gewerbeflächen, 1.412 Kulturflächen und 660 Stellen für politische Plakate verwaltet Neo Advertising "eines der schönsten und wichtigsten Betriebsvermögen des Landes", schreibt CEO Christian Vaglio-Giors. Weiter bezeichnet er das Vertrauen der Stadt Genf als "Auszeichnung": "Wir sind sehr glücklich, mit einer exklusiven Konzession in den Markt der klassischen Aussenwerbung auf öffentlichem Grund eintreten zu können – und dies in der zweitgrössten Stadt der Schweiz."

"Zahlensalat" in Genf

Wie viele Plakate sind es nun wirklich, die von den Aussenwerbern in Genf bewirtschaftet werden (müssen)? Neo Advertising spricht von 1.502 kommerziellen Flächen, 1.412 Kulturflächen und 660 Stellen für politische Plakate. Die APG sprach in ihrer Mitteilung von 470 kommerziellen Plakaten der Formate F12, F200 und F200L sowie von 1032 F4-Flächen. Was stimmt nun? Beides. Die APG nannte bloss die kulturellen und politischen Plakatstellen nicht, die sie bisher allerdings ebenfalls bewirtschaftete.
Diese Entwicklung zeige, dass sich der Aussenwerbemarkt im Wandel befinde. Der Vergabeentscheid bestätige zudem "die Stellung von Neo Advertising als neue Kraft auf diesem Markt", was der Firma auch wichtige Perspektiven für eine nationale Expansion eröffne. So hat Neo Advertising bereits bestätigt, auch bei der Basler Submission eine Offerte eingereicht zu haben.

Über Neo Advertising

Neo Advertsing verfügt derzeit über rund 11.000 Flächen. 2015 hatte das Unternehmen bereits den Flughafen Genf gewonnen - der vorher ebenfalls bei der APG war. Mit dem neuen Gewinn in der Stadt Genf kann Neo Advertising nun seine Strategie umsetzen, in der Aussenwerbung die ganze Palette von Medien – analoge und digitale – anbieten zu können und das Konzept der "Smart City" verfolgen zu können. Nicht in die Plakatkonzession einbezogen sind hingegen grössere Werbe-Planen an Kandelabern. Sie sind eine Genfer Tradition und werden von Druckern aufgehängt.

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