"No Billag" Auch "Medien für alle" sammelt nun Geld gegen die Initiative - auf wemakeit

Montag, 08. Januar 2018
Die Mitgliederverbände von Medien für Alle rufen zum Crowdfunding gegen "No Billag" auf. Das Ziel: In 21 Tagen 120.000 Franken.
Die Mitgliederverbände von Medien für Alle rufen zum Crowdfunding gegen "No Billag" auf. Das Ziel: In 21 Tagen 120.000 Franken.
© zvg

Der Verein "Medien Für Alle" lanciert auf wemakeit eine nationale Crowdfundingkampagne, um Geld gegen die "No Billag"-Initiative zu sammeln.
Der Verein Medien Für Alle lancierte gestern ein nationales, viersprachiges Crowdfunding mit dem ambitionierten Ziel, innerhalb von 21 Tagen 120.000 Franken zur Finanzierung der Kampagne gegen "No Billag" zu sammeln. Erste Umfragen zur "No Billag"-Abstimmung vom 4. März sagen ein knappes Resultat voraus. "Es ist entscheidend, dass wir die noch Unentschlossenen zu einem Nein bewegen können", schreibt der Verein, der 2015 im Anschluss an die RTVG Abstimmung gegründet wurde und sich für Qualität und Vielfalt der Schweizer Print-, elektronischen und Online-Medien einsetzt. Medien Für Alle appelliert deshalb an die Grosszügigkeit von Bürgerinnen und Bürgern, dieses Crowdfunding zu unterstützen. "Die "No Billag"-Initiative beruht auf sehr viel Fehlinformation. Die meisten Leute haben noch nicht verstanden, was dabei wirklich auf dem Spiel steht", erklärt Frédéric Gonseth, Schweizer Filmemacher und Ko-Präsident bei Medien Für Alle. "Die Initianten sprechen über Empfangsgebühren, obwohl es in Wahrheit um ein Referendum zur Abschaffung des medialen Service public in der Schweiz geht." "Wird die Initiative angenommen, wird der gesamte audiovisuelle Sektor privatisiert", ergänzt Nina Scheu, Ko-Präsidentin Deutschschweiz bei Medien Für Alle. "Was wir ablehnen", sagt Alberto Chollet, Journalist und Ko-Präsident Tessin bei Medien Für Alle, "ist das von der Initiative propagierte ökonomische und soziale Modell. Wir setzen uns für einen starken medialen Service public ein und kämpfen gegen die totale Privatisierung des Mediensektors."

Anfang 2017 hatten die No Billag-Initianten selbst eine Crowdfunding Kampagne auf wemakeit geplant. wemakeit beurteilte die Kampagne jedoch als "extrem" und "politisch gefährlich" und entschied sich, das Crowdfunding zu beenden. "Die wemakeit-Betreiber bestätigen heute ihr Engagement gegen die "No Billag"- Initiative, indem sie uns die Plattform zum Sammeln von Unterstützungsgeldern zur Verfügung stellen", schreiben die Vertreter von "Medien für Alle". Sie begrüssen deshalb "dieses mutige Engagement eines privaten Unternehmens zugunsten des Allgemeinwohls."

Der Verein "Medien Für Alle" ist ein Zusammenschluss aus Mediengewerkschaften und -verbänden (SSMSyndicomimpressum), Verbänden der Filmbranche und aus der Kultur. Medien Für Alle engagiert sich schweizweit in der Koordination sämtlicher aktiver Gruppen gegen "No Billag", insbesondere in der Zusammenarbeit der regionalen Komitees (Association contre la disparition des radio-tvNein zum SendeschlussNoBillag NoSvizzera). Die Kampagnenwebseite findet sich hier.
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