Mach Basic 2018-1 AZ/NZZ-Joint Venture auf Platz 1 in Printreichweiten

Mittwoch, 11. April 2018
*Basler Zeitung, Schaffhauser Nachrichten, Südostschweiz, Walliser Bote, Freiburger Nachrichten, Bieler Tagblatt.
**Touring, Kimedia-Titel, Vista, Drogistenstern.
***Brigitte, Cosmopolitan, Freundin, Gala, Geo, Joy, Schöner Wohnen.
*Basler Zeitung, Schaffhauser Nachrichten, Südostschweiz, Walliser Bote, Freiburger Nachrichten, Bieler Tagblatt. **Touring, Kimedia-Titel, Vista, Drogistenstern. ***Brigitte, Cosmopolitan, Freundin, Gala, Geo, Joy, Schöner Wohnen.
© knö

Anhand der Mach Basic-Studie lassen sich nicht nur Reichweitenentwicklungen feststellen, sondern auch Leser-Marktanteile errechnen. Demnach kommt das neue, noch unbewilligte Joint Venture zwischen AZ Medien und NZZ in der Deutschschweiz auf Anhieb auf Platz 1, jedenfalls bei den Abo-Tageszeitungen.
Was ändert sich  an den "Kräfteverhältnisse", falls die Wettbewerbskommission dem geplanten Joint Venture (JV) von NZZ und AZ Medien grünes Licht gibt (was anzunehmen ist)? Um dies festzustellen, bietet es sich an, die aktuelle Leserschaftsstudie mit jener vom letzten Herbst (Mach Basic 2017-2) zu vergleichen – quasi die Studien vor und nach der JV-Ankündigung. Dabei sei daran erinnert, dass die AZ Medien alle ihre Zeitungen („Nordwestschweiz“, „Schweiz am Wochenende“), die NZZ-Gruppe dagegen nur einen Teil ihrer Titel in das JV einbringt – nämlich die Regionalzeitungen „St. Galler Tagblatt“, „Luzerner Zeitung“ und „Zentralschweiz am Sonntag“. Das heisst auch, dass die NZZ-Flaggschiffe „Neue Zürcher Zeitung“, „NZZ am Sonntag“, das Monatsmagazin „NZZ Folio“ sowie die Stil-Beilage „Z“ im NZZ-Stammhaus verbleiben.

Marktanteile nach Kontakten, nicht Reichweiten

Um überhaupt einen Marktanteilsvergleich nach Verlagen erstellen zu können, ist es nötig, die Tages-, Wochen- oder Monatsreichweiten der einzelnen Titel einheitlich auf Monatsreichweiten hochzurechnen. Das ergibt dann natürlich keine effektiven Reichweiten mehr, sondern monatliche Kontaktwerte. Die Konsequenz: Vergleicht man bloss die Studien Mach Basic 2017-2 und 2018-1, haben sich innerhalb des letzten halben Jahres die monatlichen Print-Marktanteile aufgrund der reinen Kontaktentwicklung im Allgemeinen nur geringfügig verschoben. Das gilt auch für NZZ und AZ Medien in ihrer bisherigen Konstellation.

Endlich grösser als die sechs kleinen Eigenständigen

Geht man jedoch davon aus, dass das JV jetzt schon besteht, dann sieht es etwas anders aus: Kam die NZZ-Gruppe bisher mit all ihren Titeln auf 14 Prozent Marktanteil pro Monat, erreicht das NZZ-Stammhaus ohne Regionalzeitungen bloss noch 5 Prozent. Das entspricht der Bedeutung der AZ Medien bisher. Das JV AZ/NZZ würde umgekehrt auf 14 Prozent Marktanteil anwachsen. Das zeigt: Das noch namenlose JV wird sich künftig im Printwerbemarkt deutlicher von den sechs kleineren und mehr oder weniger eigenständigen regionalen Tageszeitungen „Basler Zeitung, „Schaffhauser Nachrichten“, „Südostschweiz“, „Walliser Bote“, „Freiburger Nachrichten“ und „Bieler Tagblatt“ abheben können (siehe dazu auch Artikel „Sechs wackere Leidgenossen“). Diese sechs Titel waren bisher – hätten sie sich zusammengeschlossen – mit 6 Prozent Marktanteil leicht grösser als die AZ Medien. Die beiden Grafiken lassen sich hier als PDF downloaden: Grafik 1 und Grafik 2

Mit neu 14 Prozent Marktaneil erreicht das JV zwar noch keine wirklich vorteilhafte Position, doch möglich ist ja, dass sich künftig einzelne Titel des NZZ-Stammhauses und des JV den Werbekunden für bestimmte Situationen als Anzeigenkombination anbieten – so wie sie es teilweise schon heute machen (beispielsweise im
Kombi Cityplus).

AZ/NZZ kommen im Tageszeitungsgeschäft „20 Minuten“ recht nah

Dieses fallweise Zusammengehen verleiht dem JV durchaus Gewicht: Denn bei den Tageszeitungen kommt das JV neu auf einen täglichen Print-Marktanteil von 19 Prozent, also gleich viel wie Tamedias Deutschschweizer Abo-Tageszeitungen zusammen – und fast gleich viel wie Admeiras Portfolio mit „Blick“ und „Blick am Abend“ (20%). Nimmt man für eine bestimmte Zielgruppe zum JV noch die NZZ hinzu, kommt man gar auf gut 25 Prozent. Und das ist schon fast gleichviel wie Tamedias „20 Minuten“ (27 Prozent).
(© knö.)
Sonntags steht das neue JV hingegen nach der Einstellung von „Schweiz am Sonntag“ und „Ostschweiz am Sonntag“ mit bloss 12 Prozent Wochen-Marktanteil den andern Mitbewerbern Tamedia und Admeira allerdings bloss als Zwerg gegenüber, denn diese kommen je auf rund 33 Prozent. Nimmt man aber auch hier noch die „NZZ am Sonntag“ zum JV hinzu, liegen derzeit 35 Prozent Marktanteil pro Woche drin.

Über die Mach Basic 2018-1

Die MACH Basic 2018-1 umfasst den Erhebungszeitraum vom 26. September 2016 bis 24. September 2017. Für die vorhergehenden Studien verschieben sich die Erhebungszeiträume jeweils um ein halbes Jahr nach vorn.R
Offen ist allerdings, was mit der "Zentralschweiz am Sonntag" passiert. Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird sie ja in der samstäglich erscheinenden "Schweiz am Wochenende" aufgehen, für die es aktuell keine separaten Reichweitenwerte gibt. Für einen solchen Konzept- und Tageswechsel müsste man dann die Marktanteilsverhältnisse ganz neu errechnen.
knö
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