Kommunikation Schweiz Code of Conduct zur "klaren Trennung von Werbung und Redaktion in den Onlinemedien" entworfen

Dienstag, 03. Oktober 2017
Die von Kommunikation Schweiz organisierte Prüfung zur Eidg. Berufsprüfung für Kommunikationsplanerin / Kommunikationsplaner 2017 war wieder stärker nachgefragt.
Die von Kommunikation Schweiz organisierte Prüfung zur Eidg. Berufsprüfung für Kommunikationsplanerin / Kommunikationsplaner 2017 war wieder stärker nachgefragt.

Der Kommunikationsrat von KS/CS Kommunikation Schweiz hat einen Code of Conduct  "zur klaren Trennung von Werbung und Redaktion in den Onlinemedien" entworfen, eine Motion für eine angeblich konsumen­ten­freundlichere Preisbekanntgabeverordnung verabschiedet und beschlossen, eine lokale Initiative für ein Plakatverbeot in Genf zu bekämpfen.

Als Antwort auf die Diskussion über die teilweise ungenügende Abgrenzung zwischen Werbung und redaktionellem Teil besonders in den Onlinemedien und auf Social-Media-Plattformen hat KS/CS Kommunikation Schweiz, der Dachverband der kommerziellen Kommunikation, zusammen mit der Schweizerischen Lauterkeitskommission Richtlinien für das Verhalten bei aktuellen Werbeformen wie Native Advertising, Sponsored Content, Branded Content oder Influencer Marketing festgelegt. Der Kommunikationsrat hat sich deshalb für einen Code of Conduct entschieden, der ein "Trennungsgebot und Erkennbarkeit der kommerziellen Kommunikation" vorsieht, aber erst im Entwurf vorliegt. Man darf gespannt sein.

Was mit dem CoC-Entwurf geschieht

"Entwurf bedeutet, dass wir von KS/CS den Code of Conduct auf Basis der Grundsätze der Lauterkeitskommission und weiterer Reglemente in der kommerziellen Kommunikation erstellt haben und von unserem Kommunikationsrat bestätigen liessen", schriebt KS/V`CS-Sprecher Thomas Meier auf Anfrage von HORIZONT Swiss. Man sei aber sehr daran interessiert, keinen Papiertiger zu produzieren. Deshalb werde man die verschiedenen Branchenverbände ins Boot holen und schauen, ob diese noch Änderungswünsche haben. "Wir gehen aber davon aus, dass es keine allzu grossen Änderungen mehr gibt, da ja die wichtigsten Branchenverbände in unserem Kommunikationsrat vertreten sind und den Entwurf gesehen haben", so Meier.

Konumenten- oder werbefreundlichere Preisbekanntgabeverordnung?

CVP-Ständerat Filippo Lombardi, Präsident von KS/CS Kommunikation Schweiz, wird zudem in der Wintersession eine Motion einreichen "für eine konsumentenfreundlichere Preisbekanntgabeverordnung" (PBV). Die heutigen Regelungen, die in ihren Grundzügen nicht bestritten werden, sei für die Konsumentinnen und Konsumenten oftmals ein Buch mit sieben Siegeln, meint KS/CS. Die sogenannten Legal Lines seien häufig schwer verständlich und insbesondere in der Plakatwerbung kaum in vernünftiger Zeit lesbar, umso mehr, als sie zum Beispiel in der Automobilwerbung bis zu einem Viertel der Werbefläche einnehmen.

Das ist der Kommunikationsrat:

Der Kommunikationsrat ist das Kompetenzzentrum der Werbewirtschaft mit Vertretern der drei Hauptträger von KS/CS Kommunikation Schweiz, den Werbeauftraggebern, Medienunternehmen und Werbeagenturen sowie Repräsentanten weiterer wichtiger Branchenorganisationen wie IAB Switzerland, Promoswiss, Schweizer Dialogmarketing Verband (SDV), Schweizer Werbeauftraggeberverband (SWA) und Verband Schweizer Medien.
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Ziel ist neben einem besseren Verständnis die Möglichkeit, für die detaillierten Legal Lines aufs Internet oder an den Händler verweisen zu können, so wie es auch aus der Medikamentenwerbung vertraut ist", schreibt KS/CS. Die Motion geht auf Markus Ruf (Ruf Lanz) zurück, der anlässlich des KS/CS-Workshops "Automobilwerbung: Ungeliebte Pflicht" einen entsprechenden Vorschlag eingebracht hat. Ein Text liegt noch nicht vor, sagt KS/CS-Sprecher Thomas Meier.

"Genève Zéro Pub": Lokale Initiative, nationale Ausstrahlung

Die Initianten eines lokalen Genfer Volksbegehrens namens "Genève Zéro Pub" haben noch bis zum 7. November 2017 Zeit, um Unterschriften zu sammeln für ein Verbot von kommerziellen Plakaten auf öffentlichem Grund. Ein solches besteht bereits in einzelnen Gemeinden in der Romandie wie Presinge, aber auch Städte wie Grenoble und Sao Paulo kennen ein solches. Um einer "fatalen Signalwirkung" zuvor zu kommen, will KS/CS Kommunikation Schweiz deshalb die Initiative in einem allfälligen Abstimmungskampf gemeinsam mit den Plakatgesellschaften bekämpfen.

Datenschutzgesetz: KS/CS unterstützt den SDV

Aufgrund der Vernehmlassung zum ersten, angeblich "äusserst wirtschaftsfeindlichen" Entwurf für das neue Datenschutzgesetz, hat der Bund eine neue, abgeschwächte Fassung veröffentlicht. KS/CS ruft deshalb auch hier die Kommunikationswirtschaft auf, ihre Interessen "mit einer Stimme zu verteidigen". Der Lead in dieser Vorlage liegt beim Schweizer Dialogmarketing Verband (SDV).

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