Ja zu Goldbach Media SevenOne Media beendet die allgemeine Verunsicherung

Donnerstag, 29. September 2016
Das Ja der SevenOne Media zu Goldbach Media ist auch eine Absage an Admeira.
Das Ja der SevenOne Media zu Goldbach Media ist auch eine Absage an Admeira.

Nach der RTL Group im Juni hat nun auch SevenOne Media ihrer Schweizer TV-Vermarkterin Goldbach Media das Vertrauen ausgesprochen: SevenOne Media (Schweiz) hat den Vertrag vorzeitig und einseitig um mehrere Jahre verlängert – und damit die Verunsicherung bei Goldbach und im Markt beendet.

Rechtzeitig zur heutigen Screen-up hat nun auch SevenOne Media (Schweiz) AG ihren Vertrag mit der TV-Vermarkterin Goldbach Media (Switzerland) AG verlängert – und zwar "vor dem regulären Ablauf" und gleich wieder "um mehrere Jahre", wie Andrea Haemmerli, Managing Director der SevenOne (Schweiz) AG, auf Anfrage sagte. "Wir üben frühzeitig die uns vertraglich eingeräumte Option aus und verlängern die Zusammenarbeit, so wie wir sie heute leben, unverändert und von uns aus, weil wir mit den Vermarktungsdienstleistungen von Goldbach sehr zufrieden sind."

Goldbach Media (Switzerland) AG vermarktet seit bald 20 Jahren ProSieben und seit 2011 das komplette Senderportfolio der SevenOne Media in der Schweiz. Dazu gehören die Erfolgssender SAT.1, ProSieben, kabel eins, sixx, SAT.1 Gold, ProSieben MAXX und Puls 8. Im Juni 2016 hatte die zweite grosse deutsche Goldbach-Kundin, die RTL-Group, bereits ihren Vertrag mit der Vermarkterin verlängert.

Ja zu Goldbach ist Nein zu Admeira

Doch was gab der SevenOne Media den Anlass, den Vertrag "vorzeitig und unverändert" zu verlängern? "Nach dem Start der Werbeallianz Admeira sind wir immer wieder von Kunden, Agenturen sowie von Goldbach-Mitarbeitern angefragt worden, was Seven One Media in dieser Situation zu tun gedenkt", berichtet Haemmerli. Mit der vorzeitigen Vertragsverlängerung habe man nun diese grosse Verunsicherung im Markt und bei Goldbach beenden wollen. Die Verlängerung des Vertrages sei deshalb auch "ein Ausdruck unseres Vertrauens in das professionelle Vermarktungsteam der Goldbach Media", betont Haemmerli. "Damit ist die erfolgreiche Partnerschaft für weitere Jahre gefestigt." Wie lange, will sie nicht sagen.

Rückschlag für Admeira

Zwar war die Vertragsverlängerung der RTL Group mit Goldbach Media im letzten Juni bereits eine Absage an Admeira – auch sie erfolgte "vorzeitig" – doch sie kam so kurz nach dem Start der Werbeallianz, dass es bloss vernünftig schien, die Kooperation zwischen RTL und Goldbach "auf mehrere Jahre" (und damit vorläufig) zu verlängern. Die aktuelle Absage der SevenOne Media gegenüber Admeira wiegt dagegen ungleich schwerer – aus zwei Gründen. Zum einen erfolgte sie einen Tag vor der Screen-up und damit vor der allgemeinen Buchungseröfffnung – zu einem Zeitpunkt also, da auch die junge Admeira nach der Zusammenführung der Firmen und Mitarbeiter nun fürs erste ganze Vermarktungsjahr fertig aufgestellt sein muss. Anders gesagt: Admeira hat es auch nach einem haben Jahr noch nicht geschafft, das Vertrauen anderer grosser Anbieter zu gewinnen. Der zweite Grund: SevenOne Media (Schweiz) ist beim Werbefenster Sat1 (Schweiz) direkt mit Admeira-Partner Ringer liiert, es besteht also von Admeira zu SevenOne eine engere Beziehung als zu RTL. Und dennoch gab es nun einen Korb.
Dennoch stellt sich natürlich die Frage, ob SevenOne Media je mit Admeira über eine allfällige Vermarktung ihrer Sender verhandelt hat. "Nein", sagt Haemmerli. Allerdings habe Admeira mehrmals öffentlich bekundet, dass es an der Vermarktung aller Sender in der Schweiz interessiert sei. "Wir aber haben uns entschieden, den Weg mit Goldbach weiter zu gehen."

Bereit für Porgrammatic TV

Sind mit der Vertragsverlängerung möglicherweise doch auch Neuerungen, etwa eine Vereinbarungen betreffend Programmatic TV, verbunden? "Nein", sagt Haemmerli, der Vertrag sei wirklich unverändert geblieben. "Selbstverständlich aber verfolgen wir mit unserer Vermarkterin aktuelle Entwicklungen und neue Trends, wenn sie Sinn machen." In Deutschland sei SevenOne punkto Programmatic TV bereits aktiv, von der Gruppe aus könne man damit auch in der Schweiz starten. Wann dies aber konkret der Fall sein werde, sei Sache von Goldbach und des hiesigen Marktes.

Die seit 20 Jahren dauernde Verbindung zwischen ProSieben und Goldbach hat natürlich auch damit zu tun, dass die deutsche TV-Gruppe zu 23 Prozent an der TV-Vermarkterin Goldbach Media (Schweiz) (wohlgemerkt: nicht an der Muttergesellschaft Goldbach Group) sowie an deren Schwesterfirma Swiss Radio World beteiligt ist – so wie die RTL-Group auch. Zusammen halten die beiden Sendergruppen 46 Prozent. Entsprechend sind sie auch an Goldbachs Gewinn aus der Schweizer TV-und Radio-Vermarktung beteiligt. War – angesichts solcher Verflechtungen – die SevenOne überhaupt frei, ihren Schweizer Vermarkter zu wechseln? Dazu Haemmerli: "Ja, wir wären frei, dies zu tun. Aber für uns macht dies aus mehreren Gründen keinen Sinn: Einerseits, weil wir als Aktionäre langfristig an Goldbach Media gebunden sind, zweitens, weil wir Vertrauen in in die Crew von Goldbach Media haben, und drittens – und das ist die Hauptsache – weil die bisherige Zusammenarbeit mit Goldbach Media eine Erfolgsgeschichte war." Man sei überzeugt, dass man nun mit Goldbach Media die Vermarktung des Senderportfolios in der Schweiz in den nächsten Jahren weiter verstärken könne.

Erleichterung bei Goldbach

Alexander Duphorn, CEO Goldbach Media (Switzerland) AG, dürfte gestern zweifellos ein Stein vom Herzen gefallen sein. "Die Sender der SevenOne Media verfügten von Anfang über eine ausgeprägte Schweizer Affinität. Mit der Lancierung von Puls 8 bietet das Portfolio sogar einen reinen Schweizer Sender. Die individuell positionierten Sender decken alle Zielgruppen ab und schaffen so ein ideales Werbeumfeld für erfolgreiche TV-Kampagnen", lobte er in einem gestern verschickten Communiqué die Sendergruppe.

 

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