Digitalradio DAB+ legt in der Deutschschweiz zu, in der lateinischen Schweiz nicht

Dienstag, 17. April 2018
Die 6. halbjährliche Befragung ergibt insgesamt ein weiteres Plus für DAB+, Webradio dagegen stagniert.
Die 6. halbjährliche Befragung ergibt insgesamt ein weiteres Plus für DAB+, Webradio dagegen stagniert.
© © Bakom

Radioprogramme werden in der Schweiz bereits zu 61 Prozent digital konsumiert. Hauptverantwortlich für diese Entwicklung ist das in der Deutschschweiz immer populärer werdende DAB+. Die Radionutzung wurde im Herbst 2017 zum sechsten Mal erhoben.
Im Herbst 2017 nutzten die Schweizerinnen und Schweizer von 100 Radiominuten pro Tag durchschnittlich 61 Minuten auf digitalem Weg. Die digitale Radionutzung ist somit in zwei Jahren um 10 Prozentpunkte gestiegen: von 49 Prozent im Herbst 2015 auf 61 Prozent im Herbst 2017. Gleichzeitig ist die UKW-Nutzung um 10 Prozentpunkte von 51 Prozent auf 41 Prozent gesunken. Der Trend Richtung digitaler Radionutzung wird hauptsächlich durch DAB+ getrieben. DAB+ steht aktuell bei 34 Prozent und hat seit Herbst 2015 um 11 Prozentpunkte an Nutzung hinzugewonnen. Die anderen beiden digitalen Empfangswege IP-Radio und Digital-TV haben sich in den letzten zwei Jahren nicht merklich entwickelt. Sie machen zusammen ein Viertel des Radionutzungsvolumens aus, was dem Anteil vor zwei Jahren entspricht.

DAB+ legt vor allem in der Deutschschweiz zu 

Während der Anteil des digitalen Radiokonsums in der Deutschschweiz gegenüber der letzten Befragung im Herbst 2017 um 5 Prozentpunkte gestiegen ist, hat sich Digitalradio in der lateinischen Schweiz kaum entwickelt. Während dem in der Deutschschweiz mittlerweile bereits jede dritte Radio-Minute über DAB+ konsumiert wird, kommt DAB+ in der lateinischen Schweiz weiterhin nur zögerlich voran, und UKW bleibt sowohl in der Westschweiz, als auch in der Svizzera italiana die am meisten genutzte Verbreitungstechnologie.

Da der Löwenanteil der Radionutzung zuhause stattfindet, sind die Radiogeräte, welche zuhause benutzt werden, besonders zentral im Digitalisierungsprozess. Offenbar stellen immer mehr Leute zuhause auf DAB+ um. Während die DAB+-Nutzung im Herbst 2015 erst einen Viertel der Gesamt-Radionutzung zuhause ausmachte, betrug der DAB+-Anteil im Herbst 2017 bereits einen Drittel.

Wachstum bei allen Generationen – dank DAB+ 

In allen Altersklassen beträgt der Anteil an digitaler Radionutzung mittlerweile deutlich über 50 Prozent. Am meisten digital hören junge Personen; in dieser Altersklasse geschieht nur noch gerade ein Viertel der Radionutzung auf analogem Weg. In allen Altersklassen hat sich DAB+ schneller entwickelt als IP-Radio. Bei Personen unter 55 Jahren bleibt IP-Radio allerdings der am stärksten genutzte digitale Empfangsweg, bei Personen über 55 Jahren ist es mit grossem Abstand DAB+.

Hier lassen sich die wichtigsten Kennzahlen zur aktuellen Studie downloaden.

Hier lässt sich eine detaillierte Präsentation der Studienresultate downloaden.

Arbeitsgruppe «Digitale Migration» (DigiMig)

Im Frühjahr 2013 bildete die Radiobranche zusammen mit dem Bundesamt für Kommunikation (Bakom) die Arbeitsgruppe "Digitale Migration" (AG DigiMig). Darin vertreten sind der Verband Schweizer Privatradios (VSP), die Union Romande des Radios Régionales (RRR), die Union der nicht kommerzorientierten Lokalradios (Unikom), die SRG SSR, das BAKOM das Automobilgewerbe und weitere Branchenkreise.

In der Schweiz soll Digitalradio den analogen UKW-Empfang ab 2020 schrittweise ablösen. Ende 2014 legte die AG DigiMig dem Bundesrat ein Szenario für den Umstieg von analog auf digital vor. Bereits heute verbreiten die SRG und die meisten Privatradios ihre Radioprogramme parallel zu UKW auch über DAB+, einige sogar ausschliesslich digital.
Seit Herbst 2014 ermittelt GfK Switzerland im Auftrag der Arbeitsgruppe DigiMig mit einer Online-Befra-gung und telefonischen Interviews halbjährlich den Stand der digitalen Radionutzung in der Schweiz: Im zweiten Semester 2017 wurden dazu 2500 Personen ab 15 Jahren befragt.
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