Dennis Lück "Ich mache mir selber grausam viel Druck"

Montag, 22. Mai 2017
In vier Wochen geht es für Dennis Lück in Cannes wieder um die Löwen, von denen er im vergangenen Jahr einige gewonnen hat
In vier Wochen geht es für Dennis Lück in Cannes wieder um die Löwen, von denen er im vergangenen Jahr einige gewonnen hat
© JvM/Limmat

Agenturmanager, Kreativstar, Schweizer Werber des Jahres: Die Erfolgsserie und Titelsammlung von Dennis Lück, Kreativchef und Anteilseigner bei Jung von Matt / Limmat, geht weiter. Wie er mit Druck umgeht, arbeitet, entspannt, feiert und welches Gitarrenintro dabei hilft, erzählt er hier. 

Du hast im vergangen Jahr diverse Kreativpreise gewonnen, den Job gewechselt und jetzt die Auszeichnung als Werber des Jahres gewonnen. Wie hoch ist der Druck, beispielsweise beim kommenden Kreativfestival in Cannes wieder etwas zu gewinnen?

Selbst die Frage danach übt ja schon Druck aus (lacht). Dass die Cannes Lions ein besonderer Award sind, muss ich wahrscheinlich keinem mehr erzählen. Wenn man also Bock hat, sich jedes Jahr einmal mit den besten der Welt zu messen, dann gibt es da Druck. Ich wünsche mir Druck. Ich brauche auch den Druck von meinen Leuten. Da muss richtig Dampf auf dem Kessel sein. Man muss nur unterscheiden, wo der Druck herkommt: Druck von aussen – scheissegal. Gewinnt man mal nix, dreht sich die Welt doch einfach weiter. Druck ist, wenn es von innen kommt, nichts anderes als die Motivation des Einzelnen oder des Teams. Und das ist der Druck, den ich will.

Machst Du Dir selber Druck oder kommt der nur von außen?

Ja, ich mache mir da selber grausam viel Druck, das ist die Wahrheit. Viel zu viel, und das sagen mir auch alle. Ich gelobe Besserung. Aber ich muss wirklich noch mal betonen, dass ich von dem Druck, der aus dem Ehrgeiz kommt, spreche. Positiver Druck. Ein Beispiel: Mir hat ein Team eine Idee erzählt, wie man zukünftig mit dem Smartphone auf spielerische und unfassbar unterhaltsame Art und Weise Historisches Lernen kann.

Wo man im Raum sitzt und denkt, boaah, Wahnsinn. Wenn man dann das Funkeln in den Augen der Leute sieht, dann muss man doch schreien: Kann mal jemand ganz schnell Kohle nachschaufeln, wir brauchen ein paar Hundert Atü mehr auf dem Kessel, damit die Idee rauskommt.

Wie schaffst Du es trotz der vielen Termine, die bei Dir auf dem Plan stehen, noch kreativ, Ideen zu entwickeln?

Selbst noch mitentwickeln zu können, also das Spielertrainer-Prinzip, ist für mich lebenswichtig. Ich versuche also meine Termin-Gestaltung so zu halten, dass ich es so oft wie möglich noch selbst schaffe zu konzepten. Im Herzen bin ich immer noch der kleine Junior-Texter, der es mal packen will. Das ist also ein ordentlicher Balance-Akt, aber es klappt wunderbar.

Und  wie entspannst Du?

Die Kids helfen mir da sehr. Klingt kitschig, ist aber so. Wenn man abends nach Hause kommt, die Birne noch voller Arbeit ist, und dann an der Tür mit den Worten „Du malst jetzt sofort mit mir die Eiskönigin aus“ begrüsst wird, dann kann man ja gar nicht anders als abschalten. Eine andere Energiequelle ist für mich auch nach wie vor noch die Musik. Momentan übe ich gerade das Gitarrenintro von AC/DC`s  „Thunderstruck“. Das zu schaffen, das ist der richtig ernste Druck (lacht).

Zurück zur vorerst letzten Auszeichnung, die Du gewonnen hast: Wie hat Du als frisch gebackener Werber des Jahres denn gefeiert?

Ich war dort, bin ernannt worden, hab die Trophäe erhalten, 2 schnelle Bier getrunken und bin dann direkt wieder in die Agentur arbeiten, da wir am nächsten Tag einen grossen Pitch hatten. So feiert der Werber von heute. Interview: ems

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