Debatte Filmschaffende drehen gegen No Billag

Dienstag, 23. Januar 2018
So kämpfen Schweizer Filmschaffende gegen die No Billag-Initiative
So kämpfen Schweizer Filmschaffende gegen die No Billag-Initiative
© Filmschaffendee gegen No Billag

Schweizer Regisseure, Produzenten, Schauspieler, Cutter und Beleuchter, kurz Filmschaffende haben sich zusammengetan, um gegen die Initiative No Billag zu protestieren. Sie tun dies, indem sie drehen: Drei Filme sind so entstanden, die nun via Social Media verbreitet werden.

„Wir wollen mit Humor aufzeigen, wie absurd es ist, öffentlich Unternehmen zu privatisieren“, kommentiert Regisseur Martin Guggisberg die Initiative der Schweizer Filmschaffenden gegen No Billag. Für Schauspieler Hans Ruchti wären „nur noch einseitige Nachrichten ein Albtraum“, schreibt er auf Website www.filmschaffende-gegen-no-billag, auf der alle Filme der Initiative sowie deren Argumente und Vertreter zu finden sind.

Aus ihnen geht hervor, das die Filmschaffenden schlicht um ihre Existenz fürchten, wenn die Initiative zur Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren bei der Abstimmung am 4. März erfolgreich wäre.  „Wenn man sonst sagen würde, 13.500 Menschen verlieren ihren Job, ein Aufschrei durchs Volk“, argumentiert Aufnahmeleiter Regual Begert.

In den Filmen nehmen die Filmschaffenden das Ziel von No Billag mit schrägem Humor aufs Korn. So kämpft eine ältere Dame bei ihrem Notruf wegen eines Wohnungsbrands mit dem Call-Center der Feuerwehr, dessen Mitarbeiterin zunächst wissen möchte, welches Abonnement sie abschliessen will, bevor sie den Löschzug schickt. In einem weitern Spot verlangt ein Ordnungshüter den Beleg übers „Strassen-Abo“, das per Abstimmung eingeführt und damit die Wege privatisiert wurden. Im dritten Film versuchen Schüler, sich gegenseitig mit privaten Zusatzleistungen zu überbieten, die ihre Eltern für sie zum Basisservice hinzugebucht haben darunter eine Unterrichtsstunde mit Tennis-As Roger Federer.

Tatsächlich soll der Humor nicht darüber hinweg täuschen, warum die Filmschaffenden sich gegen No Billag engagieren. Ihre Hauptforderungen nach einer neutralen medialen Grundversorgung, ausreichend Schweizer Inhalte, regionale Medienvielfalt und Erhalt von 13.500 Arbeitsplätzen, haben sie deshalb ebenfalls auf der Website zusammengefasst. ems

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