Communication Summit 2018 Qualität setzt sich durch - im Journalismus und der PR

Donnerstag, 08. Februar 2018
Am Commuication Summit: Simon Eppenberger, Alexandra Stark, Janosch Tröhler, der designierte ZPV-Präsident, Reto Lipp, Karin Baltisberger, Sascha Pallenberg (v.l.n.r).
Am Commuication Summit: Simon Eppenberger, Alexandra Stark, Janosch Tröhler, der designierte ZPV-Präsident, Reto Lipp, Karin Baltisberger, Sascha Pallenberg (v.l.n.r).
© zvg.

Brauchen Unternehmen die klassischen Medien noch als Kanal für ihre Inhalte? Das war die zentrale Frage am diesjährigen Communication Summit, der sich der Idee von "Corporate Publishing" annäherte. 

Bereits im Anfangs-Referat von Sascha Pallenberg, Head of Digital Content bei Daimler und ehemaliger Tech-Blogger, stellte sich der in Taiwan lebende Deutsche auf einen klaren Standpunkt: "Qualität wird sich längerfristig durchsetzen." Damit meinte Pallenberg sowohl die PR als auch den Journalismus.

Pallenberg verriet auch, dass Mercedes-Benz täglich rund 15 Millionen Menschen über Social Media erreicht - eine Zahl, gegen die selbst internationale Medienhäuser kaum ankommen. Die Konsequenz sei, dass Marken zu einem Teil der Medienbrache werden. "Aber es braucht den unabhängigen Journalismus weiterhin", meinte Pallenberg. "Denn Journalismus muss die dunklen Ecken beleuchten. Das, was die Unternehmen eben nicht kommunizieren", sagte die Journalistin Alexandra Stark danach auf dem Podium. Und "SRF Eco"-Moderator Reto Lipp fragte: Wie weit kann man gehen, auch eher negative Themen zum eigenen Unternehmen im Corporate Publishing zu bearbeiten. Karin Baltisberger, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei "Mobiliar", meinte darauf, dass sie kaum schlechte Nachrichten kommunizieren müsse. Auch Pallenberg wich den Nachfragen von Lipp aus. Dass Kommunikationsabteilungen kaum gegen das eigene Unternehmen schiessen, liege auf der Hand, sagte er.

"Unternehmen wollen im positiven Kontext erscheinen", sagte Simon Eppenberger, der bis vor kurzem bei der Tamedia im Commercial Publishing arbeitete. Die Abteilung erstellt "Native Advertising" - Werbung, die als Artikel getarnt wird - für externe Kunden. Stark kritisierte: "Sobald man den versteckten Werbehinweis sieht, verpufft der ganze Effekt." Zudem leide die Glaubwürdigkeit. Pallenberg stimmte ihr zu und meinte gar: "Wir haben eine starke Marke, weshalb sollten wir die verstecken?"

Die Diskussionsrunde war sich einig: Die PR sei handwerklich stärker geworden, arbeite in den Unternehmen ebenfalls in "Newsrooms" und mit journalistischen Werkzeugen. Doch, gab Stark zu bedenken, die jeweiligen Rollen seien nach wie vor dieselben: Während der Journlismus der Öffentlichkeit verpflichtet sei, bewerbe die PR ein Unternehmen und seine Produkte.

Der Communication Summit wird jeweils vom Zürcher Presseverein (ZPV) und der Zürcher PR-Gesellschaft (ZPRG) gemeinsam veranstaltet.

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