"Basler Zeitung" Fast 16 Seiten Werbung zum 40. Geburtstag

Dienstag, 31. Januar 2017
Das Cover der ersten BaZ aus dem Jahre 1977 – und Markus Somms allzu großspuriger Auftritt in der Jubiläumsbeilage.
Das Cover der ersten BaZ aus dem Jahre 1977 – und Markus Somms allzu großspuriger Auftritt in der Jubiläumsbeilage.
© knö.

Vor 40 Jahren entstand die "Basler Zeitung" dank Fusion. Grund genug für die heutige Crew um Chefredaktor Markus Somm, dies mit einer Sonderbeilage zu feiern.
36 Seiten zählt die Beilage, die sich die BaZ zu ihrem 30-Jahr-Jubiläum schenkte. Nicht nur das Cover dieses Sonderheftes und manche Texte erinnerten an längst vergangene Zeiten, auch die rund 16 Seiten (!) Inserate. Inhaltlich muss man differenzieren: Spannend sind etwa die Texte von Helmut Hubacher, Franz C. Widmer oder Markus Vogt, die quasi als "Augenzeugen" darüber berichten, wie es damals 1977 zur ersten grossen Schweizer Zeitungsfusion zwischen "Basler Nachrichten" und "National Zeitung" kam. Interessant ist auch, weshalb Kurt W. Zimmermann, Chefredaktor des "Schweizer Journalist", die Basler für "die dümmsten Zeitungsleser" hält.

Eher erstaunlich ist dagegen die ganze Seite, die BaZ-Chefredaktor Markus Somm füllt. Inhaltlich findet sich, wie er selbst – in anderem Zusammenhang – schreibt, "nichts Neues unter der Sonne". Er sei "stolz auf die beste und kritischste ...Redaktion dieses Landes", schreibt er etwas grossspurig. Eine Redaktion, "die im Zweifelsfall eher rechts von der Mitte, liberal, konservativ, immer staatskritisch" sei. Das war von ihm schon andernorts zu lesen. Und er fährt weiter: "Eine Redaktion, die sich bei den Mächtigen unbeliebt macht, weil sie bei Ihnen, unseren Lesern und Leserinnen, beliebt sein möchte." Ja, er nannte tatsächlich die Leser vor den Leserinnen. Noch aufschlussreicher aber: Kein Wort von den in Scharen davonlaufenden Leserinnen- und Lesern oder der sinkenden Auflage, auch Christoph Blocher erwähnt er nicht, nichts davon, dass er selbst unlängst "die beste Redaktion" Richtung Zürich verlassen wollte, nichts von der gescheiterten Sonntagsausgabe oder von den nie publizierten Ermahnungen des Presserats an die BaZ.

Immerhin – das ist dem BaZ-Chefrdaktor zugute zu halten: Die Beilage enthält nicht nur selbstbeweihräuchernde Texte. Auf den knapp drei Seiten "Gratulationsbeiträgen" von (mehr oder weniger) Prominenten finden sich auch kritische und bedauernde Worte. Die Seite ist denn auch überschrieben mit "Viele loben, viele schimpfen, aber alle lesen die BaZ". Einigen Platz erhalten zudem Philipp Cueni, Chefredaktor des Medienmagzins "Edito" und David Sieber, Chefredaktor des Konkurrenten "bz Basel" und "Basellandschaftliche Zeitung". Beide fassen die BaZ nicht mit Samthandschuhen an. knö
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