Augmented Reality Magic Leap übernimmt 3D-Abteilung des schweizer Start-up Dacuda

Montag, 20. Februar 2017
Die Technologie von Magic Leap ermöglicht es, virtuelle Dinge in die reale Welt zu integrieren.
Die Technologie von Magic Leap ermöglicht es, virtuelle Dinge in die reale Welt zu integrieren.
© Screenshot Youtube

Das Augmented-Reality-Unternehmen Magic Leap hat seine Fühler in die Schweiz ausgestreckt und die 3D-Abteilung des Start-ups Dacuda übernommen. In Zurüch soll nun eine schweizer Dependance des gehypten AR-Unternehmens entstehen.
Wie das Zürcher Start-up auf seiner Homepage bekannt gibt, habe es die 3D-Abteilung "erfolgreich" an Magic Leap verkauft, ohne jedoch konkrete Zahlen zum Kaufpreis zu nennen. Gemeinsam mit einem Magic-Leap-Team aus den USA werde man nun das erste europäische Büro in Zürich aufbauen, welches sich auf Deep-Learning-Technologien fokussieren soll. Woran man genau arbeitet, geben die beiden Firmen nicht bekannt. Die Schweizer Unit von Magic Leap, die noch nicht im Handelsregister eingetragen ist, soll geleitet werden von Dacuda-Gründer Alexander Ilic. Mit diesem Schritt verkündet Dacuda parallel eine Neuausrichtung des Unternehmens. CEO Peter Weigand und CFO Michael Born werden sich mit dem Start-up nun verstärkt auf ihre sogenannten Produktivitäts-Lösungen konzentrieren. Dabei handelt es sich um Software, wie etwa einen Mobile-ID-Reader, die bereits von zahlreichen Unternehmen aus der Telko- oder E-Banking-Branche verwendet werden.

Magic Leap ist mittlerweile zu einem der angesagtesten Tech-Unternehmen in den USA aufgestiegen. Die AR-Brille der Firma namens "Beast" verspricht eine Art technische Zauberei und soll es ermöglichen, virtuelle Darstellungen in einen realen Raum zu projizieren. Irgendwann, so die Erwartungen, sollte die Technologie in einer Augmented-Reality-Brille wiederzufinden sein. Mit dieser Idee zog das US-Startup etliche namhafte Investoren an: Der Suchmaschinengigant Google, das chinesische E-Commerce-Unternehmen Alibaba und der frühe Facebook-Geldgeber Andreessen Horowitz steckten insgesamt 1,4 Milliarden Dollar in die Firma.

Derzeit mehren sich jedoch auch die Zweifel an der angekündigten "Wunderbrille". Die Technologie, die im "Beast" verwendet wird, soll gar nicht im handelsfertigen Produkt auftauchen, berichtete das Recherche-Portal The Information.

Besonderes Interesse dürfte Magic Leap Medienberichten zufolge an der Software haben, die Dacuda im Januar auf der CES in Las Vegas vorgestellt hat. Mit dieser Anwendung soll ein iPhone allein mit Hilfe der verbauten Sensoren und seiner RGB-Kamera seine Position im Raum bestimmen können. In Youtube-Videos (siehe unten) spricht das Unternehmen vom ersten raumfüllenden Inside-Out-Tracking für mobile Virtual Reality.
Dacuda ist bereits das zweite Start-up aus der Schweiz, das in den vergangenen Tagen das Interesse großer amerikanischer Tech-Firmen geweckt hat. Erst vor wenigen Tagen warb Snapchats Mutterkonzern Snap Laurent BalmelliGründer des Schweizer Start-ups "Strong.Code", ab. Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, Software-Codes so zu verstecken, dass sie für Wettbewerber schwierig zu durchblicken sind. So soll verhindert werden, dass andere Firmen das eigene Produkt, in der Tech-Branche sind das in der Regel Codes, studieren und kopieren können. ron
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