Agenturverbund United "Die Idee ist aus dem Bedürfnis der Kunden entstanden"

Montag, 12. Februar 2018
Station-CEO Patrick Stoll
Station-CEO Patrick Stoll
© Station

Seine Agentur Station arbeitet künftig im Verbund mit Walker Agency sowie Inhalt und Form. Station-CEO Patrick Stoll erklärt, wie die Details der Zusammenarbeit der drei Dienstleister, das Zusammenspiel der Agenturkulturen und Pitches in Zukunft aussehen.

Vergangenen Donnerstag haben Ihre Agentur Station und ihre Partner Inhalt und Form sowie Walker Agency bekanntgegeben, dass Sie künftig unter dem Label „United“ eng zusammenarbeiten wollen. Wie kam es zu diesem Verbund?
Patrick Stoll: Die Idee ist aus dem Bedürfnis der Kunden entstanden, die alle Massnahmen nachfragen, die die moderne Kommunikation bietet.

Das heisst?
Statt: Dass wir einzelnen Agenturen in Pitches immer mal wieder angesprochen wurden, ob wir auch Dienstleistungen aus Bereichen liefern können, die nicht zu unserem Portfolio gehören. Wir haben dann mit freien Partnern zusammengearbeitet. Nun sind alle drei Agenturen, die jetzt unter dem Label United zusammenarbeiten, in ihrem Bereich ‚Best of Class‘. Wir können uns also einzeln auf unsere Kernarbeitsgebiete konzentrieren, wissen durch den Verbund aber, dass wir auch in den anderen Bereichen die passenden Spezialisten ergänzen und so ein komplettes Portfolio anbieten können.

Aber Sie hätten doch auch einfach Ihre Agentur um neue Kompetenzen ergänzen können – genau wie die beiden anderen Verbundpartner auch.
Das hätten wir tun können. Aber das ist auch nicht einfach mal so gemacht: Es gibt zwei entscheidende Faktoren für die heutigen, komplexen Projekte und die Agentur der Zukunft: Sie müssen diese komplexen Projekte umsetzen können und die richtigen Spieler dafür finden. Das ist weder für eine Kreativagentur einfach noch für eine Digitalagentur wir uns.

Was ist dabei so schwierig?
Vor allem, die richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt zu finden. Einer Kreativagentur nehmen digitale Spezialisten nicht unbedingt ab, dass sie den richtigen Arbeitsplatz bietet. Genauso ist es für eine Digitalagentur schwer, Kreative zu gewinnen, die beispielsweise TV beherrschen.
Führungsteam von United: Pius Walker, Dominik Stibal, Cornelia Nünlist, Patrick Stoll, Karin Estermann und Patman
Führungsteam von United: Pius Walker, Dominik Stibal, Cornelia Nünlist, Patrick Stoll, Karin Estermann und Patman (© United)
Wie wollen Sie es schaffen, die drei Agenturen in dem neuen Verbund zusammenzuschliessen und gleichzeitig die jeweilige Agenturkultur zu erhalten?
Das dürfte gar nicht so schwierig sein, weil wir in früheren Projekten bereits festgestallt haben, dass es ein gemeinsames Grundverständnis von Werten und Haltung bei allen drei Partnern gibt. Darauf können wir aufbauen.

Wie machen Sie das konkret?
Wir setzen die Teams je nach Bedarf agil zusammen. Dazu arbeiten wir auch  mit externen und internen Experten und Coaches zusammen, die uns bei der Steuerung der Projekte unterstützen. Dabei kommt uns zugute, dass wir bei Station bereits unsere Struktur optimiert haben und unsere Projekte mit Scrum umsetzen. Auch dafür hatten wir uns Unterstützung geholt, Mit einem agilen Projekt-Setup, wie wir es jetzt mit Inhalt und Form sowie Walker gemeinsam machen. Ausserdem arbeiten wir weiterhin in den eigenen Büros und für eigene Kunden.

Gehen Sie künftig als Verbund gemeinsam zum Pitch?
Wir werden nicht versuchen, jedem Kunden jede Dienstleistung, die wir im Verbund anbieten könnten, zu verkaufen. Aber wir als Station haben in den letzten beiden Pitches jeweils zwei Folien in unsere Präsentation eingebaut, die erklären, wofür United steht. Das kam bei den Kunden sehr gut an. Für Kunden ist es heute sehr schwer, die richtige Agenturbesetzung zu finden, und die verschiedenen Dienstleister zu koordinieren. Deshalb kann für sie ein Angebot wie das von United gut funktionieren: Sie können, aber müssen nicht alle Dienstleistungen einkaufen. Stattdessen ist es für sie möglich, eine massgeschneiderte Betreuung zu erhalten. Das sagt wahrscheinlich jeder Dienstleister heute, aber bei United wird das gelebt. Interview: ems

 

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