APG Trotz stärkerem Wettbewerb zeigt sich der Aussenwerbe-Marktleader zuversichtlich

Dienstag, 28. Februar 2017

Trotz Vertragsverlusten in Genf und Luzern hat die APG im 2016 ein gutes Resultat erwirtschaftet. Für 2017 zeigt sich CEO Markus Ehrle weiterhin zuversichtlich – weil die APG breit aufgestellt ist, stark in digitale Werbeträger investiert und neu auch Mobile-Marketing zum Out of Home-Business zählt.

Seit Juli 2015 vermarktet de APG den Aéroport International de Genève nicht mehr, womit im ganzen 2016 rund 10 Millionen Franken an potenziellem Volumen wegfielen. Seit Mitte 2016 hat die APG auch den Stadtvertrag von Luzern nicht mehr – eine weitere Einbusse. Zu erwarten war deshalb zumindest ein Umsatzminus. Doch der Aussenwerber konnte 2016 den Verkaufserlös in der Schweiz dennoch um 0,4 Prozent auf 303.4 Millionen Franken steigern.

Drei Gründe für Optimismus

Aus drei Gründen, wie CEO Markus Ehrle an der heutigen Pressekonferenz ausführte: Zum einen konnte die APG das Promotionsgeschäft in den Bahnhöfen übernehmen, was neue Einnahmen generierte. Zudem investierte sie in ePanels – die Flächen dieser digitalen Werbeträger erweiterten sich 2016 um 18 Prozent – und erwirtschaftet dort gemäss Ehrle einen "überdurchschnittlichen Verkaufsumsatz". Der CEO bezeichnete die digitalen Werbeträger denn auch als "Wachstumstreiber im Aussenwerbemarkt". Zumal es gelinge, damit auch Kunden aus dem Bewegtbildbereich für die Aussenwerbung zu gewinnen. Der dritte Punkt: Die APG kaufte letztes Jahr die Firma Alpenplakat AG hinzu, die ebenfalls zum höheren Umsatz beitrug. Ohne diese Firma wäre der Verkaufslerös in der Schweiz vermutlich knapp stabil geblieben, sagte Ehrle.

Die APG in Zahlen (in Mio Franken)

20162015+/- in %
Verkaufserlöstotal315.361313.038+0.7
CH303.445302.278+0.4
Serbien11.91610.760+10.7
Nettoergebnisexkl. Sondereffekte52.55152.122+0.8
inl. Sondereffekte70.52353.289+32.3
Quelle: APG

Die Aussichten im 2017 für die APG dürften ungleich schwieriger sein als noch im letzten Jahr. Denn dieses Jahr muss sie erstmals ohne die 1200 Plakatflächen an den Haltestellen der Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich (VBZ) auskommen, auch den Stadtvertrag von Genf hat sie nicht mehr, in Lausanne ist die vorgesehene Investition in 25 ePanels wegen eines Gerichtsverfahrens blockiert und in Luzern muss sie auch erstmals ganz ohne Stadtvertrag auskommen (2016 hatte sie diesen noch bis zur Jahresmitte).

Mobile als Teil der Aussenwerbung

Betrachtet man jedoch die Dividendenpolitik der APG, scheint sie punkto Zukunft sehr zuversichtlich zu sein. Für 2016 Jahr erhöht sie die Dividende je Aktie erneut um einen auf insgesamt 24 Franken. Und in den nächsten zwei Jahren ist weitere aktionärsfreundliche Ausschüttungen geplant. Schon in den letzten Jahren überstieg der Gesamtbetrag für die Dividenenauszahlung den jeweiligen Nettogewinn. Der Hintergrund: Die APG hat sozusagen zu viele flüssige Mittel, die sie nicht zuletzt wegen drohender Negativzinse abzubauen bereit ist. Ein weiterer Grund für die Zuversicht: In Basel hat die APG den grössten Teil der Ausschreibung gewonnen und kann dort schon bald weitere e-Panels installieren. Seit Anfang Februar hat die APG zudem mit der APG|SGA Interaction eine neue Unit gegründet, die die Verbindung von Mobile und Aussenwerbung vorantreibt. Darin sieht Erler nicht zuletzt aufgrund der Werbemarktstudie von LSA und SWA grosses Potenzial. Wie wichtig dieses neue Standbein eingeschätzt wird, zeigt die Tatsache, das die APG sogar ihr Leitbild entsprechend angepasst hat: Neu ist darin nicht mehr nur von der klassischen Aussenwerbung die Rede. Sondern es enthält auch eine Passus, der den Mobile-Media-Markt als ergänzenden Bestandteil des Out of home-Marktes bezeichnet.

Gut gerüstet für Komplexes

Aktuell stehen in der Schweiz zahlreiche grössere Plakatausschriebungen an: Die Stadt Zürich will ihre analogen Plakate neu vergeben, die SBB hat soeben die grösste Plakat-Ausschreibung überhaupt gestartet, und in Bern steht schon bald eine Auschreibung der Verkehrsmittelwerbung an. "Viele dieser Ausschreibungen sind sehr komplex", sagte Ehrle, "doch die APG ist gut gerüstet."

Gute Aussichten in Serbien

Grosse Investitionen wird die APG auch im einzigen noch verbliebenen Auslandmarkt, in Serbien, tätigen. Dort gewann sie kurz vor Jahresende den Stadtvertrag von Belgrad um weitere 25 Jahre. Zu den bereits bestehenden Werbeträgern kommen dort noch neue dazu. Für die neuen Werberechte musste die APG allerdings gleich 10 Millionen Franken hinblättern, zudem verpflichtete sie sich dazu, in den nächsten drei Jahren 4,5 Millionen Franken zu investieren – und für die restliche Vertragslaufzeit nochmals 8,5 Millionen Franken. Positiv am serbischen Markt: Die wirtschaftliche Situation hat sich verbessert, das BIP wächst, die Arbeitslosenzahlen sinken. knö

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