Branche Österreich - Optimismus, aber keine Hochstimmung

Freitag, 24. März 2006

Der rabenschwarze Pessimismus, der das Lebensgefühl der Österreicher im vergangenen Herbst noch kennzeichnete, ist verschwunden. Die Konsumaskese korreliert auffallend stark mit dem Lebensalter, aber auch mit der Herkunftsregion. Demgemäß berichteten ältere Personen ungleich häufiger über eine Reduktion ihrer Ausgaben als junge, die Wiener, Niederösterreicher und Burgenländer ungleich öfter als die Bewohner der anderen Bundesländer. Am allerwenigsten geknausert haben in letzter Zeit Salzburger, Tiroler und Vorarlberger mit Anschaffungen und Käufen. Ansonsten läßt sich der enge Zusammenhang zwischen Lebensgefühl und Ausgabenbereitschaft nachweisen. Fazit: Von den Österreichern, die sich im Einklang mit der Gegenwart empfinden, haben nur 16 Prozent ihren Konsum eingeschränkt, von den pessimistisch gestimmten Erwachsenen dagegen 57 Prozent. Im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Existenz kreisen die Gedanken in erster Linie und in vielfältigster Weise um die Überprüfung der eigenen Sicherheit. Am allermeisten beschäftigen sich die Österreicher (zu 57 Prozent) mit der sorgenvollen Frage, welche Belastungen in der nächsten Zeit auf sie zukommen. Rund jeder Zweite sinniert überdies häufig über die Höhe seiner fixen finanziellen Verpflichtungen, außerdem darüber, welchen Verlauf die Wirtschaft nimmt, ob man ein finanzielles Polster für unvorhergesehene Ereignisse besitzt, wie sich das eigene Einkommen entwickelt und ob man gegen Not- oder Schadensfälle genügend versichert ist. Nahezu zwei Fünftel der Erwachsenen fragen sich oft, wie sicher ihr Arbeitsplatz ist, mehr als ein Drittel überlegt, auf wieviel Geld man in Notfällen zurückgreifen könnte, um sein Fortkommen zu sichern. Ein die wirtschaftliche Realität enthüllender Befund besteht darin, daß sich jeder fünfte Österreicher öfters die Frage stellt, wie hoch seine gegenwärtige Verschuldung ist. Ganz am Schluß der langen Reihe von Betrachtungen steht die Neugier an den Börsenkursen. Entsprechend der vergleichsweise noch immer ziemlich geringen Verbreitung von Wertpapieren haben nur neun Prozent der Österreicher ein deklariertes Interesse an den Notierungen.
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