Branche Wilhelm Salber ist verstorben

Montag, 05. Dezember 2016
Prof. Wilhelm Salber (Foto: Roland Breitschuh)
Prof. Wilhelm Salber (Foto: Roland Breitschuh)

Prof. Wilhelm Salber, der Gründer der morphologischen Marktforschung, ist am 2. Dezember im Alter von 88 Jahren in Köln verstorben. Das teilt Prof. Dirk Blothner aus Köln mit.

Wilhelm Salber war einer der bedeutendsten, deutschen Psychologen. Mit dreißig Jahren habilitierte er in Bonn, war Ordinarius in Würzburg, forschte und lehrte schließlich von 1963 bis 1993 als Direktor des Psychologischen Instituts an der Universität zu Köln. Er entwickelte aus Untersuchungen zu Alltag, Kunst und Kultur die Psychologische Morphologie. Aufgrund seiner Konzepte gründeten sich zahlreiche marktforscherisch tätige Institute wie rheingold institut, rheingold salon, concept m und andere.

Salber war bis ins hohe Alter als Psychologe und Publizist tätig. „Auf seinem eigenständigen Weg überschritt er manche Grenzen der akademischen Psychologie“, schreibt Blothner. Erst kürzlich erschien von ihm Lachgeschichte (2016), eine historisch-psychologische Studie zu dem Zusammenhang von Lachen und Seele. Das amerikanische Standardwerk aus dem Jahr 2001 „German Essay on Psychology“ zählt ihn - zusammen mit Ludwig Binswanger, Karl Jaspers, Alexander Mitscherlich und Erwin Straus - zu den Ikonoklasten (Bilderstürmern) der deutschen Psychologie.

Zu den wichtigsten und einflussreichsten Werken Wilhelm Salbers gehören: Morphologie des seelischen Geschehens (1965), Wirkungseinheiten (1969), Kunst-Psychologie-Behandlung (1977), Der Alltag ist nicht grau (1089) und Seelenrevolution (1993). Sie führten zu bedeutsamen Paradigmenwechseln in Wirtschafts- und Produktpsychologie, in Wirkungsforschung, Film- und Kunstanalyse sowie Psychotherapie.

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