Branche Verbraucher versuchen belastete Lebensmittel zu meiden

Dienstag, 08. Februar 2005

Kann man den Herstellern von Lebensmitteln vertrauen, wenn es um die Einhaltung von Grenzwerten gesundheitsgefährdender Stoffe geht? Die Verbraucher sind da geteilter Meinung. Um zu vermeiden, dass belastete Lebensmittel auf den Tisch gelangen, verfolgen viele Verbraucher (mehr als 60 Prozent) die Meldungen der Verbraucherzentralen und der Presse über besonders belastete Lebensmittel. Dort genannte Produkte versuchen sie zu meiden. Der Fachhandel hat einen gewisse Vertrauensposition beim Lebensmitteleinkauf, etwa ein Drittel der Verbraucher glaubt, dass dort eingekaufte Nahrungsmittel weniger belastet sind. 21 Prozent kaufen ihre Nahrungsmittel im Bioladen/Reformhaus ein, wenn sie unbelastete Lebensmittel haben möchten. Dennoch, ganz so belastet wie die Verbraucher denken, sind unsere Nahrungsmittel nicht. Die Verbraucher glauben nämlich, dass die Grenzwerte für Schadstoffe in Deutschland durchschnittlich um 22 Prozent überschritten werden. Der aktuelle Bericht der Europäischen Kommission beziffert die Überschreitungen nach einer Meldung von Greenpeace allerdings mit gerade mal 8 Prozent. Jedoch muss hier angemerkt werden, dass die Grenzwerte für Pestizidrückstände in Obst, Gemüse und Getreide in den letzten Jahren stetig angehoben wurden. Mehr Geld fürs Essen auszugeben, wenn es wirklich keine gesundheitsgefährdenden Rückstände mehr enthielte, dazu sind nur ein Drittel der Befragten bereit.´Für 27 Prozent steht diese Frage überhaupt nicht zur Debatte, weil sie einfach nicht genug Geld haben, um mehr fürs Essen auszugeben. 23 Prozent sagen, dass sie den Herstellern von Lebensmitteln ohnehin nicht trauen. Nur 11 Prozent der Verbraucher vertrauen vollends in die Hersteller von Lebensmitteln, sie würden nicht mehr für Essen ausgeben, weil sie überhaupt nicht glauben, dass unsere Nahrungsmittel wirklich gesundheitsschädlich sein können. Befragt nach dem geschätzten Betrag, den die Deutschen fürs Essen ausgeben, geben die Verbraucher an, dass die Deutschen ca. 29 Prozent ihres Nettoeinkommens für Nahrungsmittel verwenden. Tatsächlich gaben die Deutschen laut Statistischem Bundesamt noch nie so wenig Geld für Essen aus wie heute, 2003 waren es gerade mal 14 Prozent. In den 60er Jahren gab man übrigens doppelt so viel Geld für Nahrungsmittel aus wie heute, ebenfalls bemessen nach dem Nettoeinkommen
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