Branche Urlaub bleibt das Highlight des Jahres

Donnerstag, 09. Februar 2012
Reiseabsichten 2012 (Quelle: Stiftung für Zukunftsfragen)
Reiseabsichten 2012 (Quelle: Stiftung für Zukunftsfragen)
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Urlaub Highlight Spanien Italien Türkei Österreich Kroatien


45% der Deutschen sitzen gedanklich schon auf gepackten Koffern und planen fest, 2012 wenigstens eine Reise von mindestens fünf Tagen Dauer zu unternehmen. Mehr als jeder neunte Bürger (11,3%) will in diesem Jahr sogar mehrfach verreisen. Ein weiteres Drittel (33%) der Bevölkerung äußert sich noch zurückhaltend bei seiner Urlaubsplanung und ist unsicher, ob 2012 eine Reise unternommen wird. 22% werden in diesem Jahr nicht verreisen.
 
Als Reiseziel plant fast jeder Vierte seinen Urlaub zwischen den deutschen Küsten und Bergen zu verbringen. Die Prognose: Insgesamt zwei Fünftel aller Reisenden werden 2012 ihre Ferien im Inland verbringen. Auf ein stabiles Urlauberaufkommen können sich die meisten europäischen Destinationen einstellen. Spanien bleibt dabei das beliebteste Auslandsreiseziel vor Italien. Auf den weiteren Plätzen folgen die Türkei, Österreich und Kroatien. Fernreisen bleiben auch in diesem Jahr beliebt, wobei die Gästezahlen stark nach Zielgebieten variieren werden: Während die USA und Kanada, die Karibik und Mittelamerika und vor allem asiatische Länder zahlreiche Gäste erwarten können, ist die Skepsis bezüglich nordafrikanischer Ziele hoch.

Trotz anhaltender Diskussion um Rettungsschirme und Euro-Krise, trotz Nuklear- und Naturkatastrophen steigerte sich die Reiseintensität der Bundesbürger im zweiten Jahr in Folge leicht auf 53% (2010: 52% – 2009: 50%).
Die Reiseziele des letzten Jahres (Quelle: Stiftung für Zukunftsfragen)
Die Reiseziele des letzten Jahres (Quelle: Stiftung für Zukunftsfragen)
 
Innerhalb der Bevölkerung zeigte sich dabei ein uneinheitliches Bild. So war Bildung ein entscheidendes Merkmal, ob verreist wurde oder nicht. Je höher der formale Bildungsgrad, desto höher war auch die Reiseintensität – Hauptschulabsolventen (39%) verreisten etwa nur halb so oft wie Hochschulabsolventen (76%). Auch mit steigendem Einkommen stieg die Reiselaune. Während nicht einmal jeder dritte Geringverdiener (32%) in den Urlaub fuhr, waren es bei den Besserverdienenden mehr als drei Viertel (77%).
 
Ungewiss bleibt dagegen die Zukunft des Tourismus im Familiensegment: Im Vergleich zum Reisejahr 2010 verringerte sich der Anteil der Reisenden dieser Bevölkerungsgruppe erneut um zwei Prozentpunkte. Familienurlaub wird zunehmend zu einem Luxus, den sich zukünftig nur noch jede zweite Familie leisten kann.
 
Die schönste Zeit des Jahres! (© Rosel Eckstein / pixelio.de)
Die schönste Zeit des Jahres! (© Rosel Eckstein / pixelio.de)
Urlaub blieb auch 2011 die „populärste Form des Glücks“ – jedoch währte dieses Glück im Schnitt nur noch 12,4 Tage. Damit reduzierte sich die Reisedauer im Vergleich zum Vorjahr leicht (2010: 12,5 Tage), im Kontrast zu 2001 jedoch deutlich (2001: 14,7 Tage).
 
Vor allem längere Reisen fanden immer seltener statt. Ein Urlaub mit einer Dauer von zwei Wochen oder länger leistete sich nur mehr jeder vierte Reisende (26%). Damit war der Anteil derjenigen, die zwischen 5 und 13 Tagen in die Ferien fuhren (27%), größer als der der Langzeiturlauber (über 14 Tage: 26%). Die Verkürzung der Urlaubszeit traf besonders die inländischen Destinationen – der Urlauber war zwar schnell da, aber auch schnell wieder weg. Weniger als zehn Tage, und damit fast einen halben Tag weniger als noch im Vorjahr (2010: 10,3 Tage), verweilte der Deutsche bei einem Urlaub im eigenen Land. Wer dagegen eine Fernreise antrat, der blieb fast doppelt so lange unterwegs und auch innerhalb Europas verweilte der Gast drei Tage länger als im Inland.
 
Genau 1.012 Euro bzw. 81 Euro pro Tag ließen sich die Deutschen ihren Urlaub durchschnittlich pro Person kosten. In dieser Summe waren nicht nur die reinen Reise- und Unterkunftspreise enthalten, sondern auch alle Nebenausgaben – von Ausflügen über Souvenirs bis zu Trinkgeldern. Im Vergleich zum Vorjahr (2010: 944 EUR) erhöhten sich die Gesamtausgaben damit deutlich um 68 Euro pro Person und Reise.
 
Dies geht aus der 28. Deutschen Tourismusanalyse der Stiftung für Zukunftsfragen, eine Initiative von British American Tobacco, hervor, für die 4.000 Bundesbürger ab 14 Jahren nach ihrem Urlaubsverhalten 2011 und ihrer Reiseabsicht für 2012 befragt wurden.
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