Umfrage zum Jahreswechsel 2017/2018 Orientierung im Datendschungel geben

Dienstag, 05. Dezember 2017
Peter Braun, CEO von Ipsos
Peter Braun, CEO von Ipsos
© Axel Kirchhof

Peter Braun, CEO von Ipsos Deutschland, möchte 2018 Erkenntnisse schneller und näher an Real-Time liefern, ohne relevante Qualitätsverluste. Er will zudem weiterhin mit Virtual Reality und Artificial Intelligence experimentieren. Für 2017 gilt: "Wir wachsen in einem eher stagnierenden Markt."

Was sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen und die wichtigsten Themen, die die Branche im Jahr 2018 beschäftigen werden?

Wir werden uns unterschiedlichen Fragen widmen müssen. Wie können wir unseren Kunden Orientierung im Datendschungel geben und unsere Befragungsdaten mit anderen Datenquellen nutzenstiftend kombinieren? Wie gewinnen wir weitere Geschwindigkeit in unseren Prozessen, um Erkenntnisse schneller und näher an Real-Time ohne relevante Qualitätsverluste liefern zu können? Und dann wird natürlich auch ein rechtliches Thema, die Umsetzung der europäischen Datenschutz-Grundverordnung, das nächste Jahr bestimmen. Wovon wird sich die Branche verabschieden müssen?
Von langen Projektlaufzeiten und einer eindimensionalen Betrachtung von Problemstellungen. Die Welt wird komplexer und unsere Kunden fragen zudem immer öfter danach, wie sie bereits vorhandene Daten und Informationen besser nutzen oder integrieren können.

Was steht für Ihr Unternehmen im kommenden Jahr an?
Wir werden die Marktforschung mit Virtual Reality und Artificial Intelligence weiter ausbauen und neue Wege gehen. Zudem werden wir global mit dem „Total Understanding“-Programm eine neue strategische Initiative für die nächsten drei Jahre starten.

Wie sind Sie mit dem Jahr 2017 zufrieden? Was ist Ihnen besonders gut gelungen?
Wir wachsen in einem eher stagnierenden Markt. Wir machen somit wohl einiges richtig. Und wir beschäftigen uns erfolgreich mit Zukunftsthemen wie zum Beispiel Virtual Reality oder Artificial Intelligence und sind hier ganz vorne dabei.
Neujahr 2018
© Pixabay.com

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Wie sieht die Marktforschung im Jahr 2030 aus?
Big Data und künstliche Intelligenz werden ein ganz normales Handwerkszeug für uns sein. Klassische Befragungen gibt es nur noch in weniger entwickelten Teilen der Erde oder bei sehr speziellen und schwierigen Themen oder Zielgruppen. Fast alle Prozesse sind stark digitalisiert und end-to-end. Bestehende Datenlücken können durch intelligente Sprachassistenzsysteme autonom ermittelt und geschlossen werden. Der Marktforscher ist ein Informationsbroker, der die relevanten Quellen bestimmt, Datenarchitektur betreibt und den Teil der kreativen Leistung erbringt, den die Maschinen (noch) nicht leisten können. Die Marktforschung hat in den letzten zehn Jahren eine deutliche Konsolidierung erfahren und sich mit angrenzenden Branchen vermischt. Neben einigen wenigen großen, internationalen Playern gibt es aber weiterhin viele Spezialisten und Boutiquen, die uns auch in der Zukunft mit heute noch unvorstellbaren technischen Ideen ständig vorantreiben.
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