Startup Feedback statt Bauchgefühl

Montag, 08. Mai 2017
Nicolas Scharioth ist der Gründer des Startups Pollion
Nicolas Scharioth ist der Gründer des Startups Pollion
© Pollion
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Start-up Produktentwicklung Nicolas Scharioth


Mittelständische Unternehmen aus der FMCG-Branche verlassen sich bei der Produktentwicklung oftmals aufs Bauchgefühl statt auf teure Marktforschungsergebnisse. Pollion, ein Start-up aus Berlin, will das ändern.

„Was sich bislang eher die Nestlés und Procters dieser Welt leisten konnten, soll auch für kleine und mittelständische Produzenten möglich sein.“ Nicolas Scharioth, Geschäftsführer des Berliner Start-up-Unternehmens Pollion, bietet „Marktforschung zur Produktentwicklung zu einem kleinen Preis“. Er motiviert Konsumenten zum Mitmachen, entweder im Laden mit Flyern oder im Internet durch gezielte Ansprache. Wer Interesse hat, installiert sich die App „Carepinio“ und bekommt Probeprodukte ins Haus geliefert. Die Teilnehmer können Rückmeldung zu verschiedenen Schritten der Kreation liefern und beteiligen sich durch Beantwortung von Fragebögen oder offenes Feedback in der App am Forschungsprozess.

„Es handelt sich um eine virtuelle Fokusgruppe“, erklärt Scharioth, der sich im Klaren darüber ist, dass es sich nicht um eine repräsentative Befragung handeln kann. „Dafür sind unsere Probanden allerdings sehr motiviert und bleiben lange dabei.“ Die neue App mit dem Ziel, Produkte aus den Segmenten Drogeriewaren und FMCG mit zu entwickeln, ist offiziell noch nicht gestartet, Carepinio hat aber bereits 1 000 Panelisten überzeugen können.Erfahrung mit dieser Art Marktforschung hat Pollion bereits für Anbieter von Bio-Produkten gesammelt. Dieses Produkt heißt Biopinio und bleibt getrennt von dem neuen Panel. Bei der Aufbauarbeit in einer Branche, in der Marktforschung weitgehend unbekannt war, hat Scharioth auch festgestellt, dass es gut ist, wenn man noch Helfer mit im Boot hat. So arbeitet Pollion mit der Agentur Pure Comm Health & Life zusammen und bietet den Kunden wahlweise auch Verpackungsdesign als Dienstleistung an.

Wer macht mit bei Carepinio? Angesprochen werden vor allem die Konsumenten zwischen 30 und Ende 50 Jahren. Bei älteren Kunden ist es schwierig, „aber das wird sich ändern“, sagt Scharioth optimistisch. Beispiel für das neue Konzept ist ein Handelskunde, der bisher weder ein Sortiment, noch eine Marke, geschweige denn ein Verpackungs- oder ein Designkonzept hatte, nur die Absicht eine Pflegemarke auf den Markt zu bringen. In der Entwicklungsphase ist die aktive Rückmeldung der Verbraucher, das Feedback der Zielgruppe, besonders wichtig. „Im akuten Fall haben wir 396 Verwender von Hairstyling-Produkten zu vier Grunddesign-Ideen befragt. Eine der vier Ideen wurde eindeutig und über alle relevanten Altersgruppen hinweg präferiert und rief auch die gewünschten Assoziationen beim Verbraucher hervor. Mit dieser Designlinie wird dann natürlich weitergearbeitet.“

Und an dieser Stelle zeigt sich auch der USP von Marktforschung mit der App Carepinio: „Durch die hohe Antwortgeschwindigkeit und die Automatisierung in der Auswertung können wir hier bei Bedarf innerhalb kürzester Zeit mehrere Schlaufen drehen.“

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