Branche Schöne neue Arbeitswelt - ein Mythos

Samstag, 24. Mai 2003
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Festanstellung Streßbelastung Deutschland Mythos


71 Prozent aller Berufstätigen legen Wert auf Festanstellungen und geregelte Arbeitszeiten. Aufgrund von rapide steigender Stressbelastung und daraus folgenden psychosomatischen Beschwerden fand die amerikanische Work-Life-Balance-Bewegung in den letzen Jahren auch den Weg nach Deutschland. Zeitwohlstand gewinnt als Gegensatz zu materiellem Wohlstand zunemend an Bedeutung, auch, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. 62% der Berufstätigen haben jedoch den Eindruck, dass dies von den Unternehmen nicht besonders gefördert wird , da weitgehend die Meinung vorherrsche, dass dann nur mit halber Kraft gearbeitet wird. Auch der berufliche Aufstieg ist bei weitem nicht so leicht möglich wie für Fulltime-Jobber. Dazu kommt die Erfahrung, dass Teilzeitjobs in Betrieben nur zu Mehrarbeit für die übrigen Kollegen führt. Lediglich 51% der jungen Generation glauben, dass dadurch neue Stellen geschaffen werden, alle anderen meinen, dass die Betriebe durch Rationalisierung die Hauptgewinner sind. Neuen Arbeitszeitmodellen stehen die Berufstätigen kritisch gegenüber: An Job-Sharing, der Teilung des Arbeitsplatzes mit einem Kollegen, sind lediglich sieben Prozent der Berufstätigen interessiert. Zeitarbeit ist nur für zwei Prozent der Beschäftigten vorstellbar, selbst bei Arbeitslosen würden sich nur fünf Prozent der Befragten dafür entscheiden. 80 Prozent der Befragten halten "flache Hierarchien" für eine Legende. Das Modell Vorgesetzter und Untergebener hat sich im Gegensatz zu früher nicht verändert. Lediglich die Berufsgruppe der Selbständigen, die für sich selbst verantwortlich ist, hat eine etwas positivere Meinung (75 Prozent). Dabei sind allerdings Hierarchie und Teamarbeit für die Arbeitnehmerschaft keine Gegensätze. Gewünscht wird ein klar definierter Handlungsrahmen, der genügend Spielraum und Entscheidungsfreiheit für Einzel- und/oder Teamleistungen lässt. Arbeitnehmer schätzen mit 52 Prozent den Gruppenerfolg immer noch höher ein als die Einzelleistung (44 Prozent).
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