Branche Schmerzgrenze für Finanzschuld deutlich erhöht

Donnerstag, 25. September 2003

Viele Österreicher sitzen auf einem Schuldenberg. Wo liegt für die Bevölkerung die Schmerzgrenze der finanziellen Verpflichtungen; ab wann beginnt der Schuldendruck zum Albtraum zu werden? Die Reaktionen auf eine Verschuldung sind innerhalb der Bevölkerung in jedem Fall recht unterschiedlich. Männer fühlen sich durch Schulden weit weniger bedrückt als Frauen, Angehörige der (beruflich meist im Zenit stehenden) mittleren Altersgruppe weniger als Personen unter 30 oder über 50 Jahren. Den Senioren fällt es überhaupt am schwersten, mit dem Gedanken an finanzielle Verbindlichkeiten zu leben. Bei ihnen beginnt die Schlaflosigkeit bereits bei einer Schuldenhöhe von 45.500. Innerhalb der Berufskreise unterschieden sich die Empfindungen am deutlichsten zwischen den einfachen, ungelernten Arbeitern (Schmerzgrenze: 52.500) und den Selbständigen und Freiberuflern (107.000). Abgesehen von der Zugehörigkeit zu den diversen Bevölkerungsgruppen hängt die Einstellung zu Schulden naturgemäß sehr eng mit den Grundhaltungen zum Geldausgeben zusammen. Demgemäß setzen Erwachsene, die sich als besonders wenig widerstandsfähig gegen eine Schuldenlast bezeichnen, ihre Schmerzgrenze im Durchschnitt bereits bei einem Betrag von ca. 41.400 an. Den schärfsten Kontrast zu dieser Fraktion der Bevölkerung bilden die Antworten von Österreichern, die meinen, Schuldenmachen sei etwas ganz Alltägliches und fast jeder habe ein überzogenes Konto oder einen Kredit. Wer so denkt, wird erst ab einer Schuldenhöhe von mindestens 87.000 um den Schlaf gebracht. Ungefähr in der Mitte der beiden Extremgruppen liegt das Empfinden von Personen, die zugeben, ihr Gehaltskonto häufiger zu überziehen. Sie fühlen sich im Grunde bereits bei einer finanziellen Belastung von rund 64.400 unter massivem psychischen Druck.
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